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Text File | 1989-04-05 | 113.8 KB | 2,133 lines |
- Hamburg den 25.6.'90
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- A N L E I T U N G Z U M O N O M O N V 2.4+
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- Version 2.4 vom 23.6.'90
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- (C) 1988, 1989, 1990, Sven Geier, Wiesendamm 135/652
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- 2000 Hamburg 60, EARN: ST00010§DHHUNI4.BITNET
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- ACHTUNG! SEIT 1.12.'88 NEUE ADRESSE
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- I N H A L T
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- 1.) EINLEITUNG
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- 2.) DER DISK - AUFBAU
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- 2.1) DER PHYSIKALISCHE DISKETTENAUFBAU
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- 2.2) DER LOGISCHE DISKETTENAUFBAU
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- 2.2.A) DER BOOTSEKTOR (ALLGEMEINES)
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- 2.2.B) DER BOOTSEKTOR (AUFBAU)
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- 2.2.C) DAS DIRECTORY (ALLGEMEINES)
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- 2.2.D) DAS DIRECTORY (AUFBAU)
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- 2.2.E) DIE FAT (ALLGEMEINES)
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- 2.2.F) DIE FAT (AUFBAU)
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- 2.3) RAMDISKS, FESTPLATTEN ETC.
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- 3.) ALLGEMEINE FUNKTIONEN VON MONOMON
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- 3.1) DAS WINDOW
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- 3.2) DER SEKTORSCHIEBER
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- 3.3) DIE DRIVE - LEISTE
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- 3.4) DIE QUIT - LEISTE
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- 4.) DIE BEDIENUNG DER BUTTONS
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- 4.1) DER ADCE - BUTTON
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- 4.2) DER INFO - BUTTON
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- 4.3) DER DRUCKE - BUTTON
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- 4.4) DER H <=> D - BUTTON
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- 4.5) DER CHAIN PRG - BUTTON
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- 4.6) DER MAGIC - BUTTON
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- 4.7) DER FOLDER - BUTTON
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- 5.) DIE BEDIENUNG DER BOXEN
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- 5.1) DIE POSITION - BOX
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- 5.2) DIE GOTO - BOX
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- 5.3) DIE BOOT - BOX
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- 5.4) DIE FILE - BOX
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- 5.5) DIE FORMAT - BOX
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- 5.6) DIE SEKTOR - BOX
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- 5.7) DIE SEARCH - BOX
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- 5.8) DIE COPY - BOX
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- 6.) FUNKTIONEN IM MEMORY - MODUS
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- 7.) FUNKTIONEN IM TSS - MODUS
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- 8.) ABSCHLUSS
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- 1.) Einleitung
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- Dies ist MONOMON V2.4. Der seltsame Name dieses Diskmonitors rührt aus
- einer Verquickung der Worte MONOCHROM und MONITOR. Obwohl mittlerweile
- viele Programmentwickler löblicherweise dazu übergegangen sind,
- Computerspiele für den ST so zu konzipieren, daβ sie auch auf dem
- Monochromschirm laufen, ist dieser immer noch ein Stiefkind des ST.
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- Besonders deutlich wird dies bei sogenannter "professioneller" Software,
- die aus falsch verstandener Rücksichtnahme auf Besitzer von Farbmonitoren
- die besonderen Leistungsmerkmale des S/W-Schirms nicht ausnutzen. Bis auf
- ganz wenige Programme (Tempus, DB-Master...) ist es beispielsweise immer
- noch gängige Praxis, die Anzahl der darstellbaren ZEILEN auf dem
- Bildschirm auf unter 25 zu blockieren, um im Monochrommodus durch
- Umstellen auf den 8X16 System-Font alle Programmier-Probleme von sich zu
- wälzen.
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- Viel zu wenige Programmierer/User haben sich bisher zu der - eigentlich
- naheliegenden - Erkenntnis durchgerungen, daβ der Atari ST seine
- überragenden Fähigkeiten nur dann voll ausspielen kann, wenn er seinen
- Möglichkeiten gemäβ eingesetzt wird. Farbenpracht und Digi-Sound für
- Spiele (hier ist der ST kaum zu übertreffen) und hohe Auflösung bei völlig
- flimmerfreiem Bild für "ernsthafte Anwendungen" (Textverarbeitung etc,
- hier ist der ST schon gar nicht zu übertreffen).
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- Immerhin sind doch einige wenige Softwarefirmen nun dazu übergegangen,
- ihre Anwenderprogramme dem S/W-Schirm vorzubehalten und dem Farbmonitor
- für solche Anwendungen den Laufpass zu geben (z.B. GfA-MOVIE). In diese
- Kerbe schlägt nun auch MONOMON. Er ist der erste mir bekannte Diskmonitor,
- der einen ganzen Sektor auf einmal darstellen kann.
-
- In der Hoffnung einigen Leuten das Konzept "Monochrom-Ernst, Color-
- Spiel" nähergebracht zu haben und mit deutlich imperativem Unterton auf
- das P.S.2 hinweisend verbleibe ich
- Sven Geier
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- P.S.: Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, daβ die Bezeichnung "Monochrom"
- irreführend ist? "MONO"-chrom wäre schwarz auf schwarz (oder weiβ auf
- weiβ). Tatsächlich kann der SM 124 aber ZWEI Farben gleichzeitig
- darstellen: schwarz UND weiβ. Es wäre also sinnvoller, von einem
- "Duochromschirm" zu reden (oder man dürfte in der niedrigen Auflösung
- nicht mehr von 4/16 sondern nur noch von 3/15 Farben reden).
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- P.S.2: MONOMON ist Public Domain. Das heiβt, dieses Programm darf (und
- soll sogar) KOSTENLOS kopiert/weitergegeben werden. Ich werde
- (entgegen der üblichen Praxis) auch keinen Appell an Sie richten,
- mir "fairerweise" irgendeinen Betrag zu schicken, wenn Ihnen das
- Programm gefällt. Da ich als armer Student jedoch immer ein wenig
- Kohle gebrauchen kann, mache ich hiermit folgendes Angebot:
- Zusätzlich zu dem Service, der in der INFO-Funktion des Monitors
- genannt wird, kann man für lasche zehn Märker bei mir auch den
- Source-Code (so gut wie unkommentiertes Listing) bekommen. (incl.
- Disk,Porto,Verpackung,...). Sollte jemand darüber hinaus das
- Bedürfnis haben, mir tatsächlich noch einen beliebigen Betrag zu
- spenden (ich glaube nicht daran, aber bedenken Sie, daß drei Jahre
- Arbeit in MONOMON stecken), so bin ich der letzte, der ihn (oder
- sie) daran hindern möchte.
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- 2.) Der Disk-Aufbau
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- Bevor ich auf Funktion und Bedienung von MONOMON eingehe, möchte ich
- mich in diesem Abschnitt mit den prinzipiellen Strukturen auf Disks
- beschäftigen.
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- Vieles von dem, was hier gesagt werden wird gilt jedoch auch (teilweise
- in leicht veränderter Form) für Harddisks, RAM - Disks etc. Die genauen
- Unterschiede werde ich später in eigenen Unterkapiteln besprechen.
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- 2.1 Der physikalische Diskettenaufbau
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- Eine Diskette ist eine runde Scheibe, die mit einem magnetisierbaren
- Material beschichtet ist. Auf dieses Material können nun (wie bei einem
- Kassettenrecorder) mit einem Tonkopf Daten aufgezeichnet werden. Diese
- werden allerdings nicht irgendwo hingeschrieben sondern sind in SEKTOREN
- organisiert.
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- Diese Sektoren stehen in Gruppen zu je neun Stück (es können auch mehr
- sein) in sogenannten TRACKS angeordnet. Diese Tracks (zu deutsch:
- "Spuren") sind mit kreisförmigen Tonspuren vergleichbar, die konzentrisch
- auf der Disk angeordnet sind.
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- Im Gegensatz zur Schallplatte, die ja nur EINE Rille hat (von Anfang bis
- Ende) hat die Floppy sozusagen mehrere Rillen. Diese Spuren sind jedoch
- nicht von vornherein auf der Diskette vorhanden, sondern werden beim
- FORMATIEREN erzeugt. Dabei werden gewisse "Gerüst-Daten" auf die Disk
- geschrieben.
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- Dieses "Gerüst" erstreckt sich beim ATARI normalerweise über 80 Tracks.
- Es ist jedoch möglich mit den meisten Laufwerken auch den 81., 82. ja
- sogar 83. Track anzufahren und zu formatieren. (Bestimmte NEC-Laufwerke
- sollen sogar bis Track 86 kommen...)
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- Innerhalb dieses Gerüsts, welches nötig ist um sicher einen bestimmten
- Punkt auf der Disk wiederzufinden, gibt es nun gewisse Bereiche, in denen
- Platz ist, um feste Datenpakete (eben Sektoren) unterzubringen.
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- Im Normalfall befinden sich auf einer ATARI-Diskette neun Sektoren auf
- einer Spur. Es ist jedoch ohne größere Probleme möglich Disketten mit zehn
- Sektoren zu formatieren, das heißt, das Gerüst so zu strukturieren, daß
- pro Spur ein Sektor mehr Platz ist. Genau dies macht MONOMON bei seinem
- EXFORMAT.
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- Dadurch hat man auf einer Diskette 512 Byte X 80 Spuren = 40 Kilobyte
- mehr Speicherplatz.
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- Wenn Sie ein doppelseitiges Laufwerk verwenden, verdoppelt sich auch
- dieser Gewinn. Ein Doppelseitiges Laufwerk besitzt einen zweiten Tonkopf
- auf der anderen Seite. Dadurch ist es möglich, auf die zweite Seite der
- Disk nocheinmal dieselbe Menge an Daten zu speichern.
-
- In diesem Zusammenhang ist es vielleicht interessant, daß auch
- sogenannte "1DD", also "einseitige" Disks auf BEIDEN Seiten eine
- Magnetbeschichtung haben. Man kann also ohne weiteres eine sogenannte
- "einseitige" Disk doppelseitig formatieren. Allerdings übernehmen die
- Hersteller in diesem Fall natürlich keine Garantie für die Fehlerfreiheit
- der zweiten Seite.
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- Ich persönlich verwende jedenfalls NUR 1DD - Disks, die ich doppelseitig
- formatiere und verwende. Wenn man dabei nicht gerade Billigmarken
- verwendet, ist die Chance einen Datenfehler auf der zweiten Seite zu haben
- verschwindend gering (ich hatte bei TDK, Maxell und JVC - Disks jedenfalls
- noch keinen).
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- Gerade bei Billigmarken setzt sich nämlich in letzter Zeit ein Trend
- durch, ALLE Disketten auf beiden Seiten zu prüfen, und nur diejenigen als
- einseitig zu verkaufen, die auf der zweiten Seite tatsächlich Fehler auf-
- weisen.
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- 2.2 Der logische Diskettenaufbau
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- Die Sektoren auf einer Disk werden von MONOMON im REL-Modus als lange
- Kette behandelt und relativ zum Bootsektor adressiert. Das heißt, daß
- jeder Sektor eine Nummer bekommt, die seinen "Abstand" vom Bootsektor
- angibt.
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- MONOMON folgt mit dieser Nummerierung der GEMDOS-Praxis. (Das GEMDOS ist
- ein Teil des TOS, welcher unter Anderem die Verwaltung der Disketten unter
- seine Fittiche genommen hat.) Auf diese Art und Weise braucht man sich
- nicht um die reale (physikalische) Position irgendwelcher Daten auf der
- Disk zu kümmern; also auf welchem Track, welchem Sektor und welcher Seite
- nun genau welche Datei beginnt etc.
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- 2.2.a Der Bootsektor (Allgemeines)
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- Die wichtigste Einrichtung auf einer Diskette ist bei den meisten
- Computersystemen (auch beim ST) der Bootsektor. Dieser ist so ziemlich das
- Einzige auf einer Disk, von dem man genau sagen kann WO es ist und WIE es
- aufgebaut ist.
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- Im Bootsektor stehen nun all die Daten, die von Disk zu Disk
- unterschiedlich sein können, deren Kenntnis jedoch vonnöten ist, um alle
- Daten auf der Diskette wiederzufinden. So steht hier beispielsweise, ob es
- sich bei dieser Disk um eine einseitige oder eine doppelseitige Diskette
- handelt.
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- Der Bootsektor steht IMMER in Track 0, auf Seite 0 und ist hier der
- erste Sektor. Darauf kann man sich verlassen, da man ja sonst nicht
- herausfinden kann, um was für eine Disk es sich überhaupt handelt.
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- Jetzt wird auch klar, warum manche Computersysteme KEINEN Bootsektor
- brauchen: Das Disk-Format ist einfach VORGESCHRIEBEN. Es kann nicht
- geändert werden. Der MAC von APPLE z.B. hat ein eingebautes Laufwerk. Die
- Entwickler dieses Computers haben sich darauf verlassen, daß in dieses
- Laufwerk NIE Disketten mit anderem Format eingelegt werden. Und so
- brauchten sie auch keinen Sektor vorsehen, der die Disk-spezifischen Daten
- aufnimmt.
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- Dadurch ist es zwar vielleicht möglich, für den MAC ein
- Formatierprogramm zu schreiben, welches mehr Kapazität aus einer Diskette
- herausholt. Der MAC wird jedoch dieses Mehr an Platz nicht ausnutzen, da
- er nicht weiß, daß es vorhanden ist. (Es lebe der Bootsektor!)
-
- Außerdem kann man im Bootsektor kleine Programme unterbringen, die beim
- "booten" (also beim hochfahren des Systems) sofort ausgeführt werden; noch
- bevor der Auto-Ordner geöffnet wird, noch vor allem anderen.
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- Dies hat den Vorteil, daß man auf diese Weise beispielsweise ein
- komplettes Betriebssystem (RAM-TOS!!!) von der Disk laden kann. Eine
- weitere Anwendung findet sich oft bei kopiergeschützter Software: Die
- Disk-spezifischen Daten sind einfach FALSCH, auf dem Bootsektor befindet
- sich jedoch ein kleines Ladeprogramm, das sich um die Bootsektordaten
- nicht kümmert, weil es ja "weiß", wo die Daten stehen.
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- Eine weitere "Anwendung" für ein solches Programm, das im Computer-Fach-
- chinesisch BOOTPROGRAMM genannt wird, sind Computerviren; oder, genauer,
- Bootsektorviren. Diese sind am einfachsten herzustellen, aber glücklicher-
- weise auch am einfachsten aufzuspüren und zu vernichten (MONOMON kann
- das).
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- Ein solches Bootsektorvirus ist einfach ein kleines Programm, das beim
- Systemstart irgendwo in den Speicher geladen ("gebootet") wird und dort im
- Allgemeinen irgendwelche Vektoren verbiegt. Im Normalfall schreibt sich
- ein Virus bei jedem Diskettenzugriff auf die Diskette, die gerade
- drinliegt und breitet sich auf diese Weise unbemerkt aus. Irgendwann, nach
- irgendwelchen unvorhersehbaren Kriterien wird es dann aktiv und zerstört
- irgendwelche Daten auf der Disk, auf der Festplatte oder macht sonst etwas
- unvorhersagbares.
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- 2.2.b Der Bootsektor (Aufbau)
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- Der meiste Teil des Bootsektors ist im Allgemeinen leer, wenn nicht
- gerade ein Bootprogramm drinnesteht. Im Folgenden sind zwei Zeilen
- dargestellt, wie MONOMON sie ausgeben könnte, wenn Sie mit der Maus den
- Button "Bootsek:0" in der GOTO - Box anklicken. Über und unter den zwei
- Zeilen stehen die Nummern der Bytes relativ zum Sektoranfang, also
- diejenigen Zahlen, die sie hinter "POS:" sehen würden, wenn Sie beim
- Modify mit dem Cursor auf das entsprechende Byte fahren würden.
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- Ich habe dabei allerdings nur den HEX - Teil der Ausgabe dargestellt, da
- die entsprechenden ASCII-Zeichen nicht ohne Weiteres vom ATARI dargestellt
- werden können.
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-
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
- | | | | | | | | | | | | | | | |
- 00 00 47 65 69 65 72 20 - 0F E2 B8 00 02 02 01 00
- 02 70 00 7C 06 F9 05 00 - 0A 00 02 00 00 00 00 00
- | | | | | | | | | | | | | | | |
- 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32
-
-
- Anhand dieses Beispieleintrags möchte ich erklären, was die einzelnen
- Einträge im Bootsektor bedeuten:
-
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- Bytes 1+2 Branch to bootcode.
- Wenn der Bootsektor AUSFÜHRBAR ist, (seine Quersumme 1234
- ist), so gibt es die Möglichkeit, ihn irgendwohin laden und
- ausführen zu lassen. In diesem Fall würde der ATARI aber
- Daten ausführen.
- Da das Bootprogramm erst HINTER den anderen Daten stehen
- kann, muß in den ersten beiden Bytes ein 68000 BRA-Befehl
- stehen, der die Bootsektordaten überspringt. Wenn an dieser
- Stelle ein Eintrag der Art "60 XX" steht, mit xx ungleich 00,
- dann befindet sich in diesem Bootsektor ein Bootprogramm
- (oder ein Virus). Ob dieses allerdings ausgeführt wird, hängt
- noch von der Quersumme ab. Die Quersumme des Bootsektors kön-
- nen Sie jederzeit durch Anklicken des MAGIC - Buttons setzen
- (siehe Abschnitt 4.6 der Anleitung) oder durch Anklicken des
- CHECK - Buttons in der BOOT - Box (Abschnitt 5.3) überprüfen.
-
- Bytes 3-8: Filler(OEM).
- An dieser Stelle steht einfach nichts. Die meisten Formatier-
- programme legen an dieser Stelle irgend eine Kennung ab, die
- jedoch nie vom TOS beachtet wird. Unsere Beispieldiskette hat
- an dieser Stelle die Buchstaben "Geier " stehen (was man
- leider nicht lesen kann, weil der ASCII-Teil fehlt), ist also
- eine MONOMON-Exformat-V2.xx Disk. (Die V1.xx-Disks hatten
- "S.Geier".)
-
- Bytes 9-11: 24-bit serial number.
- An dieser Stelle steht eine 24-Bit Seriennummer. Diese wird
- von den meisten Formatierprogrammen (auch MONOMON V2.4)
- zufällig gewählt. Kein mir bekannter Nutzen; außer, daß die
- Seriennummer nach einem Diskwechsel vom GEMDOS gelesen wird,
- um festzustellen, ob denn jetzt noch die selbe Disk drinliegt
- oder nicht.
-
- Bytes 12+13: Byte per sector.
- Dieser Eintrag gibt an, wieviel Byte in einem Sektor der Disk
- enthalten sind. Normalerweise 512, aber prinzipiell sind auch
- andere Werte möglich. Dieser Eintrag ist (wie die meisten
- anderen auch) im Intel-Format gehalten. Das heißt, daß das
- höherwertige Byte erst als zweites angegeben ist. Um einen
- solchen Eintrag vernünftig auszulesen, muß man also die Bytes
- vertauschen. In unseren Beispiel: 00 02 vertauscht gibt
- 02 00. Und 200H ist genau 512 dezimal. Sollten Sie einmal auf
- eine Disk stoßen, die hier einen anderen Eintrag als 512 hat
- (der Floppycontroler läßt noch 128, 256 und 1024 zu) so
- werden Sie Schwierigkeiten bekommen, eine solche Disk mit
- MONOMON zu bearbeiten. DER BOOTSEKTOR IST JEDOCH IMMER 512
- BYTE LANG!!! (Hoffentlich.....!!!)
-
- Byte 14: Sectors per cluster.
- Die Disksektoren werden vom Atari intern zu CLUSTERN
- zusammengefasst. Und zwar im Allgemeinen je zwei Sektoren zu
- einem Cluster. Ich habe noch nie erlebt, daß in diesem Byte
- eine andere Zahl als ZWEI gestanden hätte. (Zu den meisten
- Einträgen sollten Sie auch meine Anmerkungen in Abschnitt 4.2
- lesen.)
-
- Bytes 15+16: Reserved sectors.
- (Intel-Format). Auch hierzu ist in Abschnitt 4.2 schon alles
- gesagt.
-
- Byte 17: Number of FAT.
- Der ATARI verwendet normalerweise zwei FAT-Ausführungen. Über
- Struktur und Nutzen der FAT siehe Abschnitt 2.2.e und 2.2.f.
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- Bytes 18+19: Number of directory entries.
- In diesem Wort (wieder im Intel-Format) steht die maximale
- Anzahl der Einträge im Wurzelverzeichnis (Abschnitt 2.2.c).
- Das TOS rundet diese Anzahl auf die nächstkleinere durch 16
- ohne Rest teilbare Zahl ab. Die hier stehende Zahl kann also
- falsch sein; insbesondere frühere HYPERFORMAT - Versionen
- schrieben gerne "63", obwohl der Platz nur für 48 ausreicht.
- Unsere Beispieldiskette hat Platz für $0070H = 112 Einträge
- (7000 umdrehen). Sollten Sie übrigens Schwierigkeiten mit der
- Umrechnung von hexadezimalen in dezimale Zahlen haben, so
- lege ich Ihnen den in Abschnitt 4.4 besprochenen HEX <=> DEZ-
- Button ans Herz.
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- Bytes 20+21: Sectors per Disc.
- Hier steht die Gesamtzahl der physikalisch vorhandenen
- Sektoren auf der Disk. Die Beispieldiskette hat 067CH = 1660
- Sektoren. Eine normale, mit dem Desktop formatierte Disk hat
- 720 oder 1440 Sektoren, je nach dem ob sie einseitig oder
- doppelseitig ist. Hier werden alle Sektoren, einschließlich
- der reservierten angegeben.
-
- Byte 22: Media descriptor.
- Soll das Speichermedium näher beschreiben. Dieser Eintrag
- wird vom TOS nie benutzt und ist nur vorhanden, um die
- Kompatibilität zu IBMs MS-Dos zu wahren. F8 heißt
- einseitig/80 Track; F9 heißt doppelseitig/80 Track; FC heißt
- einseitig/40 Track und FD heißt doppelseitig/40 Track.
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- Bytes 23+24: Sectors per FAT.
- Hier steht die Anzahl der Sektoren pro FAT. Bei der
- Beispieldisk sind das fünf (die normale FAT - Länge bei
- ATARI - Disks). Wie wir Byte 17 schon entnehmen konnten,
- befinden sich zwei FAT auf der Disk, so daß also insgesamt 10
- Sektoren für die FATs verbraten werden (sechs würden
- reichen...).
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- Bytes 25+26: Sectors per Track.
- Die Anzahl der Sektoren pro Spur. Normalerweise neun, in
- unserem Beispiel zehn. Jeder Sektor pro Track bringt 80
- Kilobyte Speicherplatz auf der Disk. Keine Ahnung wie
- sinnvoll dieser Eintrag im Bootsektor einer RAM - Disk ist.
-
- Bytes 27+28: Number of sides.
- Die Anzahl der Diskettenseiten. Im Beispiel zwei; und ich
- weiß auch nicht, wie man mehr Seiten auf eine Floppy bringt.
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- Byte 29: Hidden sectors.
- Die Anzahl der verborgenen Sektoren auf der Disk. Wird meines
- Wissens nie benutzt und dürfte daher auch nur aus
- "Kompatibilitätsgründen" vorhanden sein; aber - wer weiß...
-
- Alle weiteren Bytes im Bootsektor gehören zu einem eventuell vorhandenen
- Bootprogramm und sollen hier nicht weiter behandelt werden.
-
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- 2.2.c Das Directory (Allgemeines)
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- All die schönen Daten auf der Disk nützen uns nichts, wenn wir sie nicht
- wiederfinden. Hierzu dient das DIRECTORY der Diskette. Es steht ab Sektor
- Nummer (FATanzahl*FATlänge+reservierte Sektoren), also im Allgemeinen ab
- Sektor 11 auf der Disk.
-
- Ein Eintrag im Inhaltsverzeichnis hat eine Länge von 32 Byte, deshalb
- passen in einen Sektor genau 16 Directory-Einträge. Eine "normal"
- formatierte Diskette hat sieben Directory-Sektoren, was 7*16=112 Einträgen
- entspricht. Das sollte wohl auch für hohe Ansprüche reichen.
-
- Diese 112 Einträge kennzeichnen nämlich nur das WURZELVERZEICHNIS der
- Disk. Einer (oder auch mehrere) der Einträge kann/können dabei auf ein
- UNTERVERZEICHNIS (Folder) verweisen, das auf der Disk an anderer Stelle
- abgelegt wird. Innerhalb eines Unterverzeichnisses (Subdirectory) kann
- nun weiter auf ein noch tiefer liegendes Unter-Unterverzeichnis verwiesen
- werden usw.
-
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- 2.2.d Das Directory (Aufbau)
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- Unten habe ich wieder einen Ausschnitt aus einer MONOMON-Ausgabe
- abgebildet. Diesmal ist der ASCII-Teil der Vollständigkeit halber mit
- dabei; ich habe allerdings einige Bytes, die in einem ASCII-Text nicht
- ohne weiteres darstellbar sind durch Dollarzeichen ($) ersetzt.
-
- Der Ausschnitt stellt genau einen Directory-Eintrag dar. Ein Directory
- besteht im Allgemeinen aus mehreren solcher Einträge, die direkt
- hintereinander liegen.
-
-
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
- | | | | | | | | | | | | | | | |
- 4D 4F 4E 4F 5F 32 31 20 - 54 58 54 02 00 00 00 00 MONO_21 TXT.....
- 00 00 00 00 00 00 29 2D - 46 0C 8C 01 FD D6 00 00 ......)-F$$$$$..
- | | | | | | | | | | | | | | | |
- 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32
-
-
- Bytes 1-11: File Name.
- Diese elf Byte sind für den Namen der Datei (oder des
- Folders) vorgesehen, zu der (dem) dieser Eintrag gehört. Die
- ersten acht Byte geben dabei den Namen der Datei an, die
- letzten drei den Extender. Beide Namensteile stehen ohne
- Punkt direkt hintereinander auf der Disk. Eventuelle fehlende
- Stellen, wie sie entstehen können, weil der Name kürzer als
- acht Zeichen lang ist oder der Extender fehlt, werden durch
- Spaces (ASCII 20H) ausgefüllt.
- Sollte als erstes Byte in diesem Feld eine 00 stehen, so ist
- dieser Eintrag frei; er wurde auch noch nie benutzt.
- Sollte das erste Byte eine E5H sein, so war dieser Eintrag
- 'mal belegt, wurde aber gelöscht und steht wieder zur
- Verfügung.
- Schließlich besteht noch die Möglichkeit, daß das erste Byte
- eine 2EH ist. In diesem Fall kennzeichnet der Eintrag den
- Beginn eines Unterverzeichnisses.
-
- Byte 12: File Attribute.
- Die Bits dieses Bytes geben bestimmte Eigenschaften an. Ist
- das entsprechende Bit gesetzt, so bedeutet dies, daß die
- Datei die entsprechende Eigenschaft hat:
-
- Bit 0: Read-Only-File.
- Diese Datei darf nur gelesen, nicht aber gelöscht oder
- neu beschrieben werden. (...theoretisch zumindest -
- praktisch besteht die Möglichkeit eine solche Datei
- zum Lesen zu öffnen und dann einfach ganz frech in den
- geöffneten Datenkanal zu schreiben. Dies funktioniert
- tatsächlich, weil das GEMDOS die Datenrichtung einer
- einmal geöffneten Datei nicht mehr überprüft.)
-
- Bit 1: Hidden-File.
- Dies ist eine ganz normale Datei, nur daß sie beim
- Auflisten des Directory nicht mit dargestellt wird.
- Wenn Ihnen also Ihr Directory zu voll erscheint,
- können Sie mit MONOMON einfach alle DESKTOP.INF's und
- ähnliche Hilfsdateien verstecken. Die Datei in unserem
- Beispiel ist von dieser Art.
-
- Bit 2: System-File.
- Der Effekt ist der gleiche wie bei Bit 1. Dies ist
- eine stinknormale Datei, die beim Auflisten des
- Directory nicht mit dargestellt wird. Wahrscheinlich
- ist dieses Bit auch nur wieder aus MS-DOS-
- Kompatibilitätsgründen in die Directory-Struktur
- aufgenommen. (Ein kleines Schmankerl am Rande: Wenn in
- einem Attribut-Byte SOWOHL Bit 1 ALS AUCH Bit 2
- gesetzt sind, so wird die entsprechende Datei nicht
- etwa besonders gut versteckt, sondern sie wird im
- Directory AUSGEGEBEN. Auch an dieser Stelle heben sich
- zwei Verneinungen offenbar auf.)
-
- Bit 3: Volume Label.
- Dieser Eintrag ist keiner Datei zugeordnet, sondern
- enthält nur den Namen der Disk.
-
- Bit 4: Subdirectory.
- Dieser Eintrag verweist nicht auf eine Datei sondern
- auf ein Unterverzeichnis (Subdirectory). Als Länge ist
- in diesem Fall immer Null angegeben. Der Cluster, der
- in diesem Eintrag als Startcluster angegeben wird, ist
- der Cluster, in dem sich der Inhalt des Ordners (also
- die Einträge des Unterverzeichnisses) befinden.
-
- Bit 5: Archiv.
- Dieses Bit kann genutzt werden, um bei Festplatten-
- Back - Ups die bereits archivierten Dateien zu
- kennzeichnen. Leider wird von dieser Möglichkeit
- meines Wissens nach im Moment beim ATARI noch kein
- Gebrauch gemacht.
-
- Bit 6+7: Unused.
- Nicht benutzt. Diese beiden Bits haben die undoku-
- mentierte Eigenschaft, genau wie Bit 1 zu wirken.
- Eine Datei mit gesetztem Bit 6 oder 7 wird also im
- Inhaltsverzeichnis versteckt und manchmal noch nicht
- einmal von Programmen gefunden, die extra nach ver-
- steckten Dateien suchen. (MONOMON findet allerdings
- auch derart verborgene Files.)
-
- Es ist möglich, daß mehrere dieser Bits in Kombination
- gebraucht werden. Allerdings ist das reichlich sinnlos, da
- Read-Only- Dateien nie verborgen werden, Subdirectorys schon
- von selbst Read-Only sind etc. (Welchen Sinn hat wohl ein
- archiviertes, verborgenes Volume-label?)
-
- Bytes 13-22: Unused.
- Zehn reservierte Bytes, die zur Zeit nicht benutzt werden.
-
- Bytes 23+24: Time.
- Dieses Wort (ein Wort sind zwei Byte) enthält die Uhrzeit,
- wann die Datei erzeugt, bzw. das letzte mal geändert wurde.
- Beim normalen Kopieren einer Datei mit dem Desktop wird das
- Datum beibehalten. Manche Kopierprogramme (auch die COPY-
- File-Funktion von MONOMON) setzen jedoch beim Kopieren die
- aktuelle Systemzeit in den Directory-Eintrag ein. Das Wort
- enthält Daten in folgender, bitweise kodierter Form:
-
- HHHH HMMM MMMS SSSS
-
- Die S-Bits geben in Binärer Form die Sekunden in 2er
- Schritten wieder (0-29 diese Zahl muß noch mit zwei
- multipliziert werden). Sie werden also NIEMALS in einem
- Directory einen Eintrag der Form 12:24:33 (mit ungerader
- Sekundenzahl) finden. Die M-Bits stellen die Minuten, die H-
- Bits die Stunden dar.
- Unsere Beispieldatei ist um 00101 101001 01001, also um
- 05:41:18 erzeugt (oder zuletzt geändert worden.
-
- Bytes 25+26: Date.
- Das Datum der File-Erstellung. Hierfür gilt Ähnliches wie
- für die Zeit. Das Format ist:
-
- JJJJ JJJM MMMT TTTT
-
- Die J-Bits geben das Jahr wieder. Zu dieser Zahl (0-127) muß
- noch 1980 hinzuaddiert werden, um das tatsächliche Datum zu
- erhalten. Die M-Bits stellen den Monat (1-12), die T-Bits den
- Tag dar. Das Beispiel wurde am 0000110 0010 00110, also am
- 6-2-86 erzeugt. (Das ist natürlich nicht wahr, ich war nur zu
- faul, die Systemuhr zu stellen). Wie so viele Einträge beim
- ATARI, müssen auch "Time" und "Date" vor der Verarbeitung
- umgedreht werden.
-
- Bytes 27+28: Start cluster.
- Dies ist der Startcluster der Datei (wie üblich im Intel-
- Format). Dieser Eintrag gibt die Nummer des ersten von der
- Datei belegten Clusters an. Da das TOS immer zwei Sektoren zu
- einem Cluster zusammenfasst, belegt eine Datei immer
- mindestens zwei Sektoren, also 1024 Byte, auch wenn
- tatsächlich nur ein paar Byte davon genutzt werden. Eine 1025
- Byte lange Datei belegt also zwei Cluster = 2048 Byte -> 1023
- Byte Verschwendung!!
- Das Beispielfile beginnt bei Cluster Nr. 18CH = 386. Über
- diese Bytes kommt MONOMON im FILE-Info an Startcluster und
- Startsektor der Dateien.
-
- Bytes 29-32: Length of file.
- Hier steht die Dateilänge in Byte. Ich erwähnte bereits, daß
- die kleinste logische Einheit auf der Diskette ein Cluster
- ist. So gesehen dürfte eine Datei dann nur eine Länge haben,
- die ein Vielfaches von 1024 ist. Um auch andere Dateilängen
- zuzulassen, wird im Directory einfach die REALE File-Länge
- abgespeichert.
- Wenn Sie also eine Datei mit 1025 Byte Länge auf der Disk
- stehen haben, dann belegt diese zwar effektiv 2048 Byte; beim
- Lesen daraus wird jedoch schon nach dem 1025 Byte ein "End
- of File" gemeldet. Auch dieses Langwort (4 Byte) muß erst
- 'rumgedreht werden, bevor man damit was anfangen kann. Dazu
- müssen Sie, wie bei Langworten im Intel-Format üblich, zuerst
- das erste Wort mit dem zweiten vertauschen (aus "FDD6 0000"
- mach "0000 FDD6"). Dann müssen Sie INNERHALB DER WORTE noch
- die Bytes vertauschen (also aus "0000 FDD6" "0000 D6FD"
- machen.) So bekommen Sie die Länge der Datei: D6FDH = 55037
- Byte.
-
- Subdirectorys (Unterverzeichnisse) sind im Prinzip ganz Normale Dateien,
- jedoch mit einigen Spezialitäten: Sie haben im Attribut-Byte das Bit Nr. 4
- gesetzt. Außerdem ist ihre Länge im Parent-Directory mit 0 angegeben (das
- Parent-Directory ist dasjenige Verzeichnis, in dem das Unterverzeichnis
- steht). Der Aufbau eines Subdirectorys ist weitgehend mit dem des Root-
- Directorys (Wurzel- oder Hauptverzeichnis) identisch, mit Ausnahme der
- ersten beiden Einträge.
-
- Der erste Eintrag hat immer den Namen "." (nur einfach ein Punkt). Er
- ist ebenfalls als Ordner gekennzeichnet (Bit 4 des Attr.-Byte gesetzt) und
- verweist im "Start cluster" - Eintrag auf sich selbst. Der zweite Eintrag
- lautet auf ".." (zwei Punkte), ist ebenfalls ein Ordner und gibt als
- Startcluster denjenigen seines Parent-Directorys an (bzw. Null, wenn das
- Parent-Directory das Wurzelverzeichnis ist).
-
- Da MONOMON beim FILE-Info auch diese beiden Dummy-Folder mit ausgibt,
- können Sie sich diese Strukturen am besten 'mal selbst anschauen. Klicken
- Sie File-Info, suchen Sie sich einen Ordner aus und merken sich seinen
- Startcluster, klicken Sie dann den Eintrag an und vergleichen Sie die
- Daten, die Sie bei den ersten beiden Ordnern "." und ".." finden mit
- denen, die sie sich gemerkt haben.
-
- Diese beiden Einträge sollen angeblich den Zweck haben, dem GEMDOS seine
- Arbeit zu erleichtern. Da dieses sich jedoch auch sehr gut OHNE solche
- Krücken durch die Unterverzeichnisse hangeln kann, sind auch diese beiden
- Einträge mal wieder nur aus MS-DOS-Kompatibilitätsgründen vorhanden.
-
-
- 2.2.e Die FAT (Allgemeines)
- ---------------------------
-
- Zuallererst: FAT heist nicht etwa "Fett" sondern ist eine Abkürzung für
- File - Allocation - Table (frei übersetzt etwa Datei - finde - Tabelle).
- Diese Tabelle steht in zweifacher Ausführung direkt im Anschluß an den
- Bootsektor. Die FAT 2, die die "Arbeitsausführung" darstellt, belegt also
- im Normalfall die Sektoren 6-10; die FAT 1 (nur eine Sicherkeitskopie ohne
- Wert) steht in Sektor 1-5. (Dies allerdings nur, wenn die FAT's die
- Regellänge 5 Sektoren haben.)
-
- In der FAT gibt es für jeden auf der Diskette vorhandenen Cluster einen
- 12 Bit langen Eintrag. Ist dieser Eintrag 000, so ist der entsprechende
- Cluster noch frei, in jedem anderen Fall ist er belegt. Wenn das GEMDOS
- eine neue Datei anlegt (oder eine alte auf die Disk kopiert), so trägt es
- zunächst den Namen und das Datum im Directory ein. Sodann belegt es
- nacheinander alle freien Cluster auf der Disk. Dabei versucht es zunächst
- möglichst große Blöcke zusammenhängend abzuspeichern.
-
- Die Clusterzählung beginnt (wieder aus Gründen der "Kompatibilität") mit
- der Nummer zwei. Da die ersten 13-17 Sektoren (je nach dem...) für Verwal-
- tungsaufgaben belegt sind (Bootsektor, FATs, Directory) beginnt der erste
- (zweite!!!) Cluster bei Sektor 18 (bzw 14 etc.).
-
- Das ist auch der Grund, weshalb Sie auf der Diskette nie eine Datei
- finden werden, die den Cluster 1 belegt, weil es einen Cluster 1 nicht
- gibt.
-
- Die FAT 1 ist eine relativ sinnlose Einrichtung. Ursprünglich als
- Sicherheitskopie der FAT 2 gedacht, gibt es leider keine Möglichkeit, das
- GEMDOS (oder sonstwen...) dazu zu bewegen, die beiden FAT-Ausführungen
- miteinander zu vergleichen und bei einem Fehler der FAT 2 diesen mit
- Hilfe der FAT 1 zu beheben.
-
- Allerdings können Sie, wenn Sie einen Fehler in der FAT feststellen
- (oder gar selbst aus Versehen einen erzeugen, indem Sie ungewollt
- irgendwelche FAT - Daten ändern oder überschreiben) diesen mit Hilfe von
- MONOMON einfach reparieren, indem Sie den entsprechenden Sektor aus der
- FAT-Kopie mit CUT ausschneiden und mit PASTE an die entsprechende Stelle
- in der original-FAT kopieren.
-
- Die FAT zu verstehen, ist ein Wenig kompliziert, da hier ein seltsames
- Komprimationsverfahren (plötzlich wird Platz gespart) mit dem Intel -
- Format aufeinanderprallen. Ich persönlich lese eine FAT so, wie ich es im
- folgenden Abschnitt 2.2.f darstellen werde. Wundern Sie sich aber nicht,
- wenn Sie in einem Buch o.ä. auf eine andere Methode stoßen sollten: der
- Effekt ist der gleiche, ein einheitliches Verfahren hat sich noch nicht
- etabliert. Ich persönlich halte aber meine Methode für die am leichtesten
- merkbare (aber das ist natürlich Geschmacksache).
-
- Da ein Eintrag in der FAT 12 Bit lang ist, braucht man drei Hex-Nibbles,
- um seinen Wert darzustellen. Ein Eintrag kann dabei entweder die Zahl 000
- enthalten, was bedeutet, daß er noch unbelegt ist; oder er enthält einen
- ZEIGER auf den NÄCHSTEN CLUSTER.
-
- Dazu ein Beispiel: Im Directory ist eine Datei eingetragen mit
- Startcluster 43 und der Länge 4050 Byte. Dann ist auf jeden Fall der
- Cluster 43 von dieser Datei belegt.
-
- In dem Eintrag von Cluster 43 steht nun eine drei-Digit- Hex-Zahl, die
- angibt, in welchem Cluster die Datei weitergeht. Angenommen dies wäre
- Cluster 44. Dann steht im Feld von Cluster 43 in der FAT eine 044.
-
- Auf diese Weise hangelt sich das Tos durch die FAT: im Eintrag für
- Cluster 44 steht zum Beispiel 045 und im Eintrag für Cluster 45 die 088
- (Dies könnte beispielsweise passieren, wenn eine Datei, die früher auf der
- Disk stand, diese bis einschließlich Cluster 45 belegte. Ein anderes
- Programm wurde dann ab Cluster 46 bis einschließlich Cluster 87 auf die
- Disk geschrieben. Wenn Sie nun die erste Datei löschen, wird der Platz
- bis Cluster 45 frei - da unsere Datei jedoch zu lang für diese Lücke ist,
- muß noch ein Cluster "hinter" der anderen Datei belegt werden).
-
- Im Eintrag für Cluster Nr. 88 finden Sie dann den Eintrag FFF, was nichts
- weiter bedeutet, als daß auf diesen Cluster kein weiterer mehr folgt, weil
- die Datei in diesem Cluster endet. Prinzipiell bräuchte man keine
- spezielle File-Ende-Marke, weil ja die reale Dateilänge im Directory
- verzeichnet ist - man muß jedoch irgendetwas in den Eintrag hinein-
- schreiben, um den entsprechenden Cluster als belegt zu kennzeichnen, und
- da nimmt man 'halt im Allgemeinen die FFF.
-
-
- 2.2.f Die FAT (Aufbau)
- ----------------------
-
- Ich möchte in diesem Abschnitt eine Methode beschreiben, die FAT -
- Einträge auszulesen. Nehmen wir an, sie lassen sich den Anfang Ihrer FAT
- ausgeben und finden dort:
-
- F7 FF FF 03 40 00 05 60 00 07 80 00 09 A0 00 FF CF 00 0D F0 FF
-
- Das sieht auf den ersten Blick ein wenig wirr aus und, ehrlich gesagt,
- das ist es auch. Einen ersten Überblick erhält man aber schon, wenn man
- die Bytes in Dreiergruppen zusammenfasst:
-
- F7 FF FF 03 40 00 05 60 00 07 80 00 09 A0 00 FF CF 00 0D F0 FF
-
- Als nächstes müssen Sie in jeder Dreiergruppe die BEIDEN LETZTEN Bytes
- vertauschen. Der ATARI käme auch sehr gut ohne diese ständige
- Vertauscherei aus, die Bytes werden nur immer aus Rücksicht auf das
- rückständige IBM-Format verdreht. Sie erhalten danach jedenfalls:
-
- F7 FF FF 03 00 40 05 00 60 07 00 80 09 00 A0 FF 00 CF 0D FF F0
-
- Nun fassen Sie am besten die drei Bytes als sechs unabhängige Digits auf
- (also nicht 03 00 40 sondern 0 3 0 0 4 0) und setzen das ÄUSSERSTE RECHTE
- Digit GANZ LINKS vor die Folge (also aus 1 2 3 4 5 6 wird 6 1 2 3 4 5).
- Wenn Sie jetzt nur noch immer drei Digits zu einer Zahl zusammenfassen, so
- erhalten Sie:
-
- FF7 FFF 003 004 005 006 007 008 009 00A FFF 00C 00D FFF
- | | | | | | | | | | | | | |
- (0) (1) 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
-
- (Unter die Einträge habe ich immer die Nummer des zugehörigen Clusters
- geschrieben.) Hier kann man nun sehr schön die Belegung der Disk ablesen:
- Die Cluster Null und Eins (existieren nicht!!) sind meist als belegt (FFF)
- oder als unlesbar (Formatfehler, FF7) gekennzeichnet. Es macht jedoch auch
- nichts aus, wenn diese Kennzeichnung fehlt, da das GEMDOS die Cluster
- sowieso erst ab Zwo durchnummeriert.
-
- Die Datei, die in Cluster 2 beginnt, belegt im Anschluß daran die
- Cluster 3,4,5,6,7,8,9 und 10 (0A in Hex). Dies ist der letzte Cluster und
- so steht im Eintrag von Cluster 10 eine FFF.
-
- Die nächste Datei ist kürzer: Sie belegt nur die Cluster 11,12 und 13
- (vieleicht ein Unterverzeichnis?). Dateien, die schon im Eintrag des
- Startclusters ein FFF stehen haben, belegen nur den Startcluster, sind
- also kleiner (kürzer) als 1025 Byte. (Was nicht heißt, daß sie nicht noch
- verlängert werden könnten - dann wird die FFF abgeändert in die Nummer des
- nächsten belegten Clusters.)
-
- Mit den zwölf Bit könnte man theoretisch über 4000 Cluster adressieren.
- Allerdings ist in einer normalen FAT "nur" Platz für etwa 1700 Cluster. Da
- Cluster = Kilobyte könnte man natürlich auf die Idee kommen, die
- idiotische FAT - Länge von 5 Sektoren sei AUCH wieder nur aus
- kompatibilitätsgründen gewählt. Für eine doppelseitige Diskette würden
- nämlich drei Sektoren FAT- Länge völlig ausreichen (~1024 Kilobyte), für
- eine einseitige wären sogar zwei Sektoren Fat-Länge ausreichend (~über 680
- Kilobyte adessierbar).
-
-
- 2.3) Ramdisks, Festplatten etc.
- -------------------------------
-
- Ein gewisses Handicap des TOS ist es, daß es all diese Dinge, nur für
- zwei Laufwerke kennt: A und B. Deshalb braucht jedes Laufwerk mit einer
- Kennung ungleich A oder B einen TREIBER.
-
- Dies ist ein kleines Programm, das alle Floppyzugriffe abfängt und die
- eigenen Daten einbaut. Nehmen wir zum Beispiel an, das GEMDOS wolle
- überprüfen, wieviele Sektoren eine bestimmte Disk hat, und diese Disk sei
- zufällig die Ramdisk D. Dann wird beim BIOS nach dem "Bios - Parameter -
- Block" nachgefragt; das ist ein Datenblock, der gewisse Informationen über
- ein Laufwerk enthält.
-
- Das BIOS würde jetzt jedoch überprüfen, ob die Anfrage Laufwerk A oder B
- betrifft und (da dies nicht der Fall ist) einfach gar nichts tun. Da zu
- jeder Ramdisk jedoch ein Treiber gehört, hat dieser sich schon in den
- Aufruf eingeklinkt. Auch der Treiber "kennt" nur sein eigenes Laufwerk,
- also in diesem Fall die Nummer D. Er überprüft jede Anfrage beim BIOS, ob
- diese vielleicht "sein" Laufwerk betrifft. Ist dies nicht der Fall, so
- gibt er die Kontrolle wieder an das Bios ab (oder an einen anderen
- Treiber, z.B. einen Harddisk-Treiber). IST jedoch Laufwerk D gemeint, dann
- übernimmt der Treiber die Aufgaben, die in der Anfrage erwartet werden.
-
- In unserem Beispiel legt der Treiber also einen Bios-Parameter-Block für
- die Floppy D an und gibt diesen (bzw. seine Anfangsadresse) an das Gemdos
- zurück. Diesem ist es egal, woher seine Informationen kommen - Hauptsache
- sie kommen überhaupt.
-
- Wenn also das TOS beispielsweise ein Programm lädt, dann schickt es nur
- eine Reihe von Befehlen an das BIOS ab ("lade diese und jene Sektoren da
- und da hin"). Wenn diese Befehle erst eine Reihe von Treibern durchlaufen,
- ehe sie (wenn überhaupt) beim BIOS ankommen ist dabei egal. Hauptsache
- ist, daß die entsprechenden Sektoren an die richtige Stelle kopiert werden
- - sei es nun vom BIOS von der Disk oder von einem Treiber aus der Ramdisk
- (oder von der Festplatte oder von der EPROM-Disk oder vom CD-Rom etc.)
-
- Das Problem bei brandneuer Hardware (z.B. CD-Rom) ist also meist nicht
- die Hardware selbst (dafür gibts Hostadapter) sondern der passende
- Treiber...
-
- Sollte es je einen Treiber geben, der die CD-Rom an den ATARI direkt An-
- schlußfähig macht, so daß man ein Programm von der CD laden und starten
- kann, dann wird man auch mit MONOMON mit dieser CD arbeiten können.
-
- Ein Softwareseitiges Problem ist nun, an alle gewünschten Daten einer
- Disk heranzukommen. Ein Beispiel: Wenn ich wissen möchte, wo auf einer
- Diskette das Wurzelverzeichnis beginnt, muß ich Anzahl und Länge der FAT
- wissen. Ich könnte nun hergehen und versuchen, diese Daten einfach aus dem
- Bootsektor zu lesen. Dann gerate ich jedoch in die Schwierigkeit, daß z.B.
- eine RAM-Disk GAR KEINEN BOOTSEKTOR zu haben braucht. Die meisten legen
- trotzdem einen an, aber man kann sich nicht darauf verlassen.
-
- Das BIOS erstellt zwar seinen BPB (Bios-Parameter-Block) nach
- Bootsektordaten, aber dies tut es ja nur bei Drive A und B. Wenn ein
- Treiber in der Lage ist, einen BPB bei Bedarf auch OHNE Bootsektor
- zusammenzubauen, (und da ein Treiber ja genau auf "sein" Gerät
- zugeschnitten ist, kennt er natürlich alle Daten "auswendig", also ohne
- sie im Bootsektor nachsehen zu müssen) braucht auch keiner vorhanden zu
- sein.
-
- Wenn ich aber versuche, einen nicht existierenden Bootsektor einzulesen,
- und aus diesem auch noch sinnvolle Daten auslesen will, so werde ich etwas
- erhalten, das nicht viel anders als "Bahnhof" klingt.
-
- Gehe ich aber den "braven" Weg und frage höflich nach einem BPB, so kann
- es mir passieren, daß mir bestimmte Informationen vorenthalten werden.
- Zudem kann man bestimmte Daten nicht auf dem "höflichen" Weg erfragen, wie
- etwa den Startcluster einer Datei. Da muß man dann doch gewaltsam vorgehen
- und den entsprechenden Directory-Sektor einlesen und ihm die gewünschte
- Information entnehmen.
-
- Die Schwierigkeit bei all dem ist, den richtigen Mittelweg zu finden,
- also so viele Informationen wie möglich über das Betriebssystem zu holen
- und so viele wie nötig durch direktes Sektorenlesen.
-
- Zudem kommt noch hinzu, daß z.B. Harddisks noch einen weiteren wichtigen
- Sektor besitzen (können), den ich noch gar nicht angesprochen habe: den
- ROOT-Sektor (kein Schreibfehler - RRRRoot wie Wurzel). In diesem sind
- Dinge wie etwa Partitionierungsdaten oder die Zahl der Köpfe oder Zylinder
- der Harddisk festgehalten.
-
- Die Schwierigkeit dieses Rootsektors ist, daß er kein festes Format zu
- besitzen braucht. Hauptsache ist, daß der entsprechende Treiber aus den
- Daten "seines" Rootsektors schlau wird. Dieser Sektor muß auch nicht an
- einer bestimmten Stelle stehen. So kann es passieren, daß Sie, wenn sie im
- Glauben einen Bootsektor vor sich zu haben den Sektor Null einer Disk
- einlesen, in Wirklichkeit den Rootsektor erwischen.
-
- Da ja eine Harddisk (genau wie eine Ramdisk) keinen Bootsektor zu haben
- braucht (dann müßte sich nur der Treiber bei jeder Partitionierung ändern,
- aber das ist ja machbar) kann man also einfach den Sektor Null als Root-
- sektor benutzen und sich nicht darum scheren, ob irgendwelche neugierigen
- Diskmonitore hier vielleicht einen Bootsektor vermuten.
-
- Man kann auch (das dürfte die verbreitetste Praxis sein) einen zentralen
- Rootsektor anlegen und dann JEDER Partition einen eigenen Bootsektor
- geben. Das hätte den Vorteil, daß die Platte von jeder Partition
- autobootfähig würde (...wenn der Treiber mitspielt, heißt das).
-
- Wenn man will, kann man sogar das Datenchaos Perfekt machen und bei drei
- Partitionen immer einen Sektor der ersten Partition zuordnen, den nächsten
- Sektor der zweiten, den nächsten der dritten und wiederum den nächsten
- wieder der ersten Partition. Solange der Treiber dieses Aufteilungs-
- verfahren kennt, und in der Lage ist, dem Gemdos ein einheitliches
- Laufwerk vorzuspiegeln, macht das gar keinen Unterschied zum "normalen"
- Betrieb, wo jeder Partition ein fester Plattenbereich zugeordnet wird.
-
- Es hätte also wenig Sinn, wenn ich hier den exakten Aufbau des Eickmann-
- HDplus - Rootsektors erklärte, weil bei einer original Atari-Platte schon
- wieder alles ganz anders ist, und bei einer ganz anderen Platte alles noch
- anders sein kann.
-
- Worauf ich hinaus will ist folgendes: Sie haben bei "nicht-Floppy-
- Drives" prinzipiell drei Möglichkeiten:
-
- - Sie verhalten sich furchtbar still und brav und geben sich mit den
- Informationen zufrieden, die der Treiber freiwillig herausrückt (dann
- verringern sich aber ganz massiv die Chancen, etwas interessantes
- herauszufinden),
-
- - Sie kennen den Treiber ganz genau und wissen exakt, was man alles wie
- aus ihm herausquetschen kann (aber dann würden Sie wohl MONOMON nicht
- brauchen),
-
- - Sie versuchen soviel wie möglich auch durch "illegale" Spielereien
- herauszufinden und stehen den Ergebnissen dieser Arbeit mit einem
- gewissen Maß an Skepsis gegenüber.
-
- Und dieser dritte Punkt beschreibt recht genau die Strategie dieses
- Diskmonitors: MONOMON kann sicher keine Wunder vollbringen, aber er
- versucht es wenigstens. Wenn bei diesem Versuch 'mal etwas ziemlich
- unplausibles herauskommen sollte, (...eine Ramdisk mit drei Seiten...) so
- sollten Sie bitte nicht vergessen, daß diesem Programm aufgrund seiner
- Universalität Grenzen gesetzt sind. (...und beachten Sie bitte auch
- Abschnitt 8.)
-
-
- 3.) Allgemeine Funktionen
- --------------------------
-
- Obwohl MONOMON V2.4 eigentlich keine Anleitung bräuchte (was sich nicht
- von selbst erklärt kann man einfach ausprobieren) möchte ich hier kurz auf
- die einzelnen Funktionen eingehen. Zuvor jedoch ein paar Worte zum
- MONOMON- Konzept:
-
- *** Monomon ist frei kopierbar!
- *** Monomon ist gewollt unfertig!
- *** Monomon wird ständig weiterentwickelt!
-
- Sollten Sie irgendeine Funktion vermissen, schreiben Sie mir. Ich werde
- mich bemühen fehlende Funktionen in späteren Versionen zu berücksichtigen.
- (Auβerdem kriege ich immer gerne Post, deshalb schreiben Sie mir ruhig
- auch, wenn Sie KEINE Funktion vermissen, rundum voll zufrieden sind und
- sich ein Leben ohne MONOMON gar nicht mehr vorstellen können.)
-
- Nach dem Programmstart erscheinen auf dem Bildschirm:
-
- - Das Directory des aktuellen Drives (normalerweise der Sektor Nr.11)
- - Einige Auswahlpunkte im unteren Bildschirmteil
- - Ein "Sektorschieber" rechts
- - Eine Drive-Leiste ganz rechts
- - Eine Quit-leiste ganz unten
-
- Den Bildschirmbereich in dem Sie das Directory sehen, werde ich in
- dieser Anleitung das "Window" (manchmal auch "Fenster") nennen. Erwarten
- Sie hier aber bitte keine GEM-artigen Spielereien: Das Window ist weder
- verschiebbar, noch kann man seine Größe ändern.
-
- Ich habe bei der Programmierung von MONOMON bewußt auf manche der
- sogenannten "features" von GEM verzichtet, weil sie nicht nur nichts zur
- Benutzerführung beitragen, sondern eher hinderlich sind. Welchen Sinn hat
- es beispielsweise, die Funktionen eines Programms hinter Pull-Down-Menues
- zu verbergen, die einen nur dazu nötigen jedesmal 3-4 Rollos
- 'runterzuklappen, bis man endlich die Funktion gefunden hat, die man
- sucht? Bei MONOMON hat man alle Funktionen immer im Blick; ich halte das
- für die eindeutig bessere Methode.
-
-
- 3.1 Das Window
- --------------
-
- Da sich in diesem "Window" die meisten Funktionen von MONOMON abspielen,
- werden wir es als erstes betrachten. Im Allgemeinen wird im Window ein
- Sektor der aktuellen Diskette dargestellt sein.
-
- Durch einfaches Anklicken irgendeines Punktes im Window entsteht an der
- entsprechenden Stelle ein Cursor, mit dem Sie Daten in HEX (Sedezimal)
- oder in ASCII ändern können, je nachdem, in welchem Teil des Fensters Sie
- sich mit dem Cursor gerade befinden. Sie können, falls Sie auch zu den
- "Maushassern" gehören auch eine der Tasten "Pfeil links" oder "Pfeil
- rechts" drücken. Der Cursor entsteht dann am ersten Byte des Sektors, und
- zwar im HEX-Teil, falls Sie "Pfeil links" gedrückt haben, ansonsten im
- ASCII-Teil des Windows. Dies geht natürlich nur, wenn Sie nicht schon im
- Modify-Modus sind.
-
- In der linken oberen Ecke des Windows zeigt MONOMON an, bei welchem Byte
- sich der Cursor gerade befindet. Dabei gibt es prinzipiell zwei Möglich-
- keiten: Wenn Sie einen ganz normalen relativen Disksektor bearbeiten, so
- erscheint nur "POS:" und die Angabe der Cursorposition relativ zum Sektor-
- beginn. Wenn Sie jedoch mit "FILE - Open" eine Datei bearbeiten, so macht
- MONOMON zusätzlich noch die Angabe "FPOS:". Dies ist die Cursorposition
- relativ zum Dateianfang. (->Abschnitt 5.4)
-
- Cursorsteuerung ist dabei mit der Maus möglich: um den Cursor woanders
- hinzubekommen, einfach die neue Position anklicken, der Cursor springt
- dann an die entsprechende Stelle. Auf diese Weise kann man auch ganz
- einfach zwischen dem HEX-Teil und dem ASCII-Teil des Fensters hin- und
- herspringen.
-
- Wenn Sie den Teil des Fensters, in dem Sie sich gerade befinden NICHT
- verlassen wollen, können Sie den Cursor auch mit den Pfeiltasten steuern.
- In den jeweils anderen Teil des Windows gelangen Sie dann, indem Sie kurz
- UNDO tippen - wodurch Sie die Modify-Funktion verlassen - und sodann
- wieder mit einer der Pfeiltasten in die Funktion "einsteigen"; diesmal
- einfach auf der anderen Seite des Windows. Wenn Sie wollen können Sie auch
- die HELP - Taste drücken. MONOMON springt dann zum selben Byte auf der je-
- weils "anderen" Seite, also zum HEX-Teil, wenn Sie in ASCII sind und umge-
- kehrt.
-
- Betätigen der <RETURN> - Taste beläβt das aktuelle Byte wie es war und
- springt direkt das nächste an.
-
- Ich muß darauf hinweisen, daß die Tasten <DELETE> und <BACKSPACE> nicht
- wie gewohnt funktionieren, sondern die Zeichen ASCII 08H (<BS>) bzw. ASCII
- 7FH (<DEL>) ergeben. Sollten Sie sich also vertippt haben, müssen Sie mit
- der Taste "<-" (Pfeil links) um ein Byte zurückgehen und es neu eintippen.
-
- Wenn Sie mehrere Nullbytes hintereinander eingeben wollen, so können Sie
- dies natürlich in HEX - Teil des Windows machen. Hier müssten Sie jedoch
- pro Byte zweimal die 0 - Taste drücken. Schneller geht es daher, wenn Sie
- im ASCII - Teil des Windows die Taste <Clr/Home> betätigen. Dadurch wird
- das jeweilige Byte direkt mit 00 überschrieben.
-
- Ist eine Änderung abgeschlossen, so genügt es, den Bildschirm irgendwo
- auβerhalb des groβen "Fensters" anzuklicken (z.B. eine Info-Funktion
- auszulösen oder auch nur irgendwo "ins Graue" zu klicken), um die Daten
- abzuspeichern. Sie können natürlich auch wie oben beschrieben UNDO
- drücken, was den gleichen Effekt hat: Monomon fragt dann höflich an, ob
- der Sektor in der geänderten Version auf die Diskette gespeichert werden
- soll oder nicht. Wenn Sie hier ABBRUCH klicken, werden Ihre Änderungen
- ignoriert, der Sektor auf der Disk wird belassen wie er war.
-
- Natürlich fragt MONOMON nur an, wenn tatsächlich Daten geändert wurden.
- Wenn Sie nur das Wort "HUGO" in "SVEN" ändern, mit dem Cursor zurückgehen
- und wieder "HUGO" daraus machen erkennt MONOMON, daß tatsächlich KEINE
- Änderung vorliegt.
-
- Eine Ausnahme aus dieser "Rückfrage-Regel" gibt es allerdings: Wenn Sie
- eine längere Änderung z.B. in einem Text vornehmen und dabei über den
- Sektor hinausschreiben (also das ganz rechte untere Byte ändern) schreibt
- MONOMON selbsttätig den geänderten Sektor auf die Diskette zurück, lädt
- den nächsten und geht automatisch wieder in die linke obere Ecke zurück.
-
- Auf diese Weise brauchen Sie sich bei Änderungen nicht um Sektorgrenzen
- zu kümmern. Tippen Sie Ihren Text einfach fließend ein; wenn der Monitor
- irgendwann einen Sektor abspeichert und den nächsten lädt, so geht dabei
- kein Zeichen verloren. Alles was Sie Tippen wird aus dem Tastaturpuffer
- geholt, wenn MONOMON wieder "datenänderungsbereit" ist.
-
-
- 3.2 Der Sektorschieber
- ----------------------
-
- Rechts vom großen Fenster finden Sie den Sektorschieber. Auch dieses
- Objekt der MONOMON-Welt arbeitet GEM-ähnlich aber nicht GEM-gleich.
-
- Wenn Sie die Pfeile im Sektorschieber anklicken, können Sie damit
- sektorweise auf der Diskette vor-, bzw. zurückblättern. (Vorwärts geht
- schneller). Den gleichen Effekt haben auch die kleinen Pfeile in der
- POSITION - Box (siehe dort). Schließlich kann man auch durch Betätigen der
- Tasten "+" und "-" auf der Disk blättern, ohne jedesmal die Maus bemühen
- zu müssen. Den gleichen Effekt haben auch die Tasten "Pfeil hoch" und
- "Pfeil 'runter" im Cursorblock, dies allerdings nur, falls Sie sich nicht
- gerade im Modify - Modus befinden. Dann steuern Sie nämlich mit den
- Pfeiltasten IMMER den Cursor.
-
- Wenn man die Box des Sektorschiebers anklickt, wird der "Gleiter"
- dadurch auf die angeklickte Position befördert und der entsprechende
- Sektor dargestellt. Diese Methode der Positionierung ist allerdings
- ziemlich ungenau. Sie dient eher dazu sich einen groben Überblick über die
- Belegung der aktuellen Disk zu verschaffen.
-
- Im Gegensatz zu GEM braucht man diesen Schieber also nicht "anzufassen"
- und auf die neue Position zu befördern. Es reicht, die neue Position
- anzuklicken und er erscheint dort automatisch.
-
-
- 3.3 Die Drive - Leiste
- ----------------------
-
- Rechts des Sektorschiebers finden Sie die die Drive-Leiste. Hier können
- Sie ein anderes Laufwerk als das aktuelle auswählen. Möglich sind hierbei
- die Drives A-P, also auch RAM-Disks, Festplatten und EPROM-Disks.
- MONOMON findet auch bei diesen alle relevanten Daten. Insgesamt können
- Sie bis zu sechzehn (!) Laufwerke ansprechen, was wohl allen Bedürfnissen
- gerecht werden dürfte(?).
-
- Hierzu ein paar Worte: Ich weiß nicht, wieviele Witzbolde es für
- sinnvoll erachten, die Sektoren pro Track bei einer RAM-Disk abzufragen,
- oder die Seiten pro Disk bei einer Festplatte. MONOMON stellt hierbei die
- Daten des Bios-Parameter-Blocks zur Verfügung, also die Werte, mit denen
- auch das TOS arbeitet. Eine Diskette, die vom TOS gelesen werden kann,
- kann also auch von MONOMON gelesen werden. (Original-MAC geht NICHT, MAC-
- ALADIN geht, gibt aber ein paar seltsame Werte. MS-DOS geht in jedem
- Fall, sowohl Original als auch PC-Ditto). Ich bezweifele jedoch, daß das
- TOS je von der Angabe "Sektoren pro Track" bei RAM-Disks Gebrauch macht.
-
- Monomon nimmt das Laufwerk, von dem er gestartet wurde automatisch als
- Default-Laufwerk.
-
- Real existierende RAM-Disks, Festplatten, Disk-Drives, EPROM-Disks etc.
- werden mit HOHLEM Kennbuchstaben in der Drive-Leiste eingetragen und
- können jederzeit angeklickt und damit selektiert werden. Laufwerke, die
- NICHT real existieren werden mit normalem Kennbuchstaben eingetragen und
- können nicht angewählt werden.
-
- Wenn Sie also zum Beispiel zwei Floppies (A+B) besitzen und eine RAM-
- Disk als Laufwerk D angemeldet haben, so erscheinen die Buchstaben A,B und
- D in der Drive-Leiste fettgedruckt und können angeklickt werden.
-
-
- 3.4 Die QUIT - Leiste
- ---------------------
-
- Ganz am Unteren Rand der MONOMON - Screen finden Sie eine Leiste, in der
- dreimal das Wort "QUIT" steht. Wenn Sie diese Leiste anklicken, fragt
- MONOMON an, mit welchem Zeichensatz Sie weiterarbeiten möchten: dem
- "kleinen" (8x8) oder dem "groβen" (8x16). Nach Anklicken von QUIT gibt es
- also drei Möglichkeiten: man wählt ABBRUCH, dann verläβt man MONOMON
- nicht, oder man wählt 8x8 bzw. 8x16, dann wird die entsprechende Schrift
- eingeschaltet und das Programm verlassen.
-
- Anstatt die Quit-Leiste anzuklicken, können Sie auch die Taste <ESC>
- drücken, der Effekt ist derselbe. (siehe auch "FILE-Open",Abschnitt 5.4)
-
-
- 4.) Die Bedienung der Buttons
- -----------------------------
-
- Buttons sind bei MONOMON kleine Schaltelemente, die spezielle Funktionen
- auslösen und durch Anklicken mit der Maus aktiviert werden können. Mehrere
- Buttons können zu einer "Box" zusammengefasst sein, deren Name in Negativ-
- schrift oberhalb der Button-Gruppe steht. Dieser Abschnitt behandelt
- jedoch die Einzelbuttons von MONOMON.
-
- 4.1 Der ADCE - Button
- ---------------------
-
- Monomon besitzt eine Funktion, die ich in einer unglücklichen
- Verquickung englischer und deutscher Worte "Automatische-Disk-Change-
- Erkennung" genannt habe. Das heißt, daß MONOMON selbstständig erkennt,
- wenn eine Diskette gewechselt wurde (Natürlich nicht bei RAM-Disk oder
- Festplatte...) und vor der Ausführung der nächsten Funktion den Bootsektor
- der neuen Disk liest.
-
- Die ADCE ist defaultmäßig Aktiviert (weiß auf schwarz). Leider meldet
- das TOS aufgrund eines Fehlers des Media-Change-Handlers viel zu oft "Disk
- wurde gewechselt", so daß der Bootsektor der aktuellen Diskette öfter mal
- völlig unnötig und unmotiviert neu geladen wird. Ich hoffe jedoch, daß
- sich das ab der neuen TOS-Version 1.4 ändert, angekündigt ist jedenfalls
- eine Völlige Überarbeitung des M-C-H.
-
- Außerdem meldet TOS bei schreibgeschützten Disketten GRUNDSÄTZLICH einen
- Diskettenwechsel, weshalb man in Zusammenarbeit mit MONOMON entweder seine
- Disks nicht schreibschützen, oder die ADCE abschalten sollte. Dies kann
- man durch einen einfachen Klick auf den Button bewerkstelligen. - Aber
- Vorsicht: Diskettenwechsel mit ABGESCHALTETER ADCE wird nicht mehr
- erkannt, das kann zu katastrophalen Fehlern führen, wenn MONOMON V2.4 z.B.
- auf der 2. Seite nach einem Sektor sucht, obwohl mittlerweile eine
- einseitige Disk drinliegt.
-
- Wenn die ADCE abgeschaltet ist, kann man den Bootsektor jederzeit mit
- 'Read' aus der BOOT-Box lesen lassen. Dies wirkt dann, als ob mit einge-
- schalteter ADCE eine Disk gewechselt worden wäre.
-
- Lesen Sie über das Verhalten der ADCE auch in Abschnitt 6 und 7 dieser
- Anleitung.
-
-
- 4.2 Der INFO - Button
- ---------------------
-
- Rechts vom ADCE-Button kann man den INFO-Button finden. Dieser gibt be-
- stimmte Informationen über das aktuelle Laufwerk aus. Wenn Sie diesen
- Button anklicken, verschwinden die Sektordaten und stattdessen wird links
- ein Disk - Info ausgegeben, rechts ein Monomon - Info und unten ein paar
- Worte dazu, wie man an die neueste MONOMON - Version kommt.
-
- Im Monomon-Info werden nur ein paar Informationen zum Vertriebskonzept
- (public Domain) und zum Autor (Ich) von MONOMON gegeben. Außerdem steht
- hier die (neue) Adresse, an der man MONOMON bekommt.
-
- Im Disk-Info finden Sie folgende Informationen:
-
- - Disk : Hier wird die Laufwerkskennung des aktuellen
- Drives angegeben. Sollte die entsprechende
- Disk beim Formatieren einen Namen
- mitbekommen haben, so wird dieser ebenfalls
- ausgegeben.
-
- - Bytes pro Sektor : Fast immer 512. Andere Sektorlängen könnte
- MONOMON auch gar nicht vernünftig
- verarbeiten, da dafür das Window viel zu
- klein (oder zu groß) wäre. Somit mehr eine
- Routine-Ausgabe zur Kontrolle.
-
- - Sektoren pro Cluster : Ich weiß nicht, was passiert, falls dieser
- Wert jemals ungleich 2 ist, da ich diesen
- Fall noch nie erlebt habe. Entweder ist die
- Disk völlig unlesbar (auch für TOS) oder es
- passiert gar nichts besonderes (die Wege des
- GEMDOS' sind unergründlich).
-
- - Reservierte Sektoren : Normalerweise einer, nämlich der Bootsektor.
- Ich habe jedoch auch schon von Methoden
- gehört, diesen Wert auf zwei zu erhöhen, um
- zum Beispiel längere Bootprogramme zu
- installieren.
-
- - Max. Directory-Einträge : Hier wird die tatsächlich mögliche maximale
- Anzahl von Einträgen im Wurzelverzeichnis
- angegeben. Diese Information wird BERECHNET
- und nicht aus dem Bootsektor gelesen, da die
- dort stehenden Daten falsch sein können.
- Hyperformatierte Disks haben dort z.B. 63
- stehen, obwohl nur maximal 48 möglich
- sind...
-
- - Sektoren pro Disk : Die Gesamtzahl der physikalischen Sektoren
- auf der Disk.
-
- - Sektoren pro FAT : Im allgemeinen 5, obwohl 3 auch reichen
- würden. Hyperformat reduziert diesen Wert
- Beispielsweise auf 3; das bringt satte 2
- Kilobyte mehr Speicherplatz auf der Disk.
-
- - Sektoren pro Track : TOS:9, MONOMON-EXFORMAT:10, HYPERFORMAT:11.
- Eine Erhöhung um einen Sektor pro Track
- bringt bei einer Doppelseitigen Disk
- immerhin 80Kb. Bei RAM-Disk etc. natürlich
- sinnlos.
-
- - Seiten pro Disk : Bei RAM-Disk ebenfalls sinnlos. So richtig
- sinnvoll ist diese Information eigentlich
- nur bei Disketten, wenn man feststellen
- will, ob man eine einseitige oder eine
- doppelseitige drin hat.
-
- - Verborgene Sektoren : Eigentlich immer Null. Ich habe es bis heute
- auch noch nicht geschafft, Sektoren zu
- verbergen. Ich kann also nicht garantieren,
- daß das TOS sowas überhaupt unterstützt.
- Immerhin ist diese Information im BPB
- vorhanden, und sollte irgendwann mal jemand
- herausfinden, wie man Sektoren verbirgt, so
- ist MONOMON schon darauf eingestellt.
-
- - Gesamtspeicherplatz : Aus den vorstehenden Daten errechnet MONOMON
- die theoretische Maximalkapazität der Disk.
- Daß real im Allgemeinen weniger Daten
- abgespeichert werden können, liegt daran,
- daß das TOS für die Verwaltung der Daten
- schon ~10 Kb benötigt. Außerdem gehen Pro
- File 0-1023 Byte Platz verloren, da für eine
- Datei IMMER ganze Cluster belegt werden
- (i.a. 1024 Byte). Man spart also
- Speicherplatz, indem man entweder ein paar
- lange Files abspeichert, statt viele kurze;
- oder darauf achtet, daß die Länge aller
- Dateien bei der Division durch 1024 wenn
- schon nicht garkeinen, dann doch einen
- möglichst GROSSEN Rest (am besten >1000)
- ergibt.
-
- - Freier Speicherplatz : Gibt den noch freien Platz auf der Diskette
- an.
-
- Der freie Speicherplatz auf der Disk könnte falsch sein. Es können sich
- Probleme ergeben, wenn die Disk von einseitig auf doppelseitig gewechselt
- wurde oder wenn eine einseitige Disk in MONOMON auf doppelseitiges Format
- gebracht wurde. Die Gemdos-Funktion Dfree($36) funktioniert nämlich
- manchmal selbst dann nicht, wenn im Bios-Parameter-Block die richtigen
- Daten stehen. Das ist ein Fehler des Betriebssystems, der meines Wissens
- auch im Blitter - Tos nicht behoben wurde. MONOMON gleicht diesen Fehler
- soweit als möglich aus, so daß die Angabe des freien Speicherplatzes um
- nicht mehr als 1 Kilobyte vom Realwert differieren sollte.
-
- Außerdem wurde diese Funktion extrem beschleunigt! Auch von größeren
- Festplattenpartitionen sollte jetzt der freie Speicherplatz ohne längere
- Wartezeit (maximal zwei Sekunden) verfügbar sein.
-
- Wenn die Info-Seite zu sehen ist, kann man keine MONOMON - Funktion
- auslösen. Ein Mausklick an irgendeine Stelle bringt MONOMON wieder in den
- normalen Zustand.
-
-
- 4.3 Der DRUCKE - Button
- -----------------------
-
- Rechts des INFO-Buttons finden Sie den DRUCKE-Button. Durch Anklicken
- desselben kommen Sie in das Druck-Menue, allerdings nur, wenn Sie einen
- Drucker Angeschlossen und ON-LINE geschaltet haben. Hier haben Sie nun
- verschiedene Möglichkeiten:
-
- - Sie können eine beliebige ASCII-Zeichenkette an den Drucker ausgeben.
- Dazu klicken Sie im ASCII-Feld links einfach die Zeichen an, die Sie
- ausgeben möchten. Jedes angeklickte Zeichen wird dabei in einen 30 Byte
- langen Zeichenpuffer übernommen (rechts oben im Drucke-Menuepunkt).
- Sollten Sie bei der Eingabe einen Fehler machen, so können Sie den Zei-
- chenpuffer durch Anklicken von CLR im Drucke-Menuepunkt löschen. Wenn
- Sie die auszugebende Sequenz mit der Maus korrekt zusammengestellt
- haben (Sie können natürlich auch die Tastatur benutzen) reicht es, das
- Drucke-Feld irgendwo außerhalb von CLR anzuklicken, um sie an den
- Drucker abzuschicken. Auf diese Weise können bequem und schnell z.B.
- FORMFEED's ausgegeben werden. Oder man kann den Zeichensatz des
- Druckers wechseln, oder die NLQ ein/ausschalten.
-
- - Sie können das Feld "Aktueller Sektor" anklicken. Dann wird der Sektor,
- dessen Nummer links unten in der POSITION-Box angegeben ist auf dem
- Drucker ausgegeben.
-
- - Sie können das Feld "Drucker parallel/seriell" anklicken. Daraufhin
- wird der Pfeil, der den momentan eingestellten Druckertyp angibt zum
- jeweils anderen Punkt springen. Es ist also möglich, Drucker zu
- betreiben, die an der seriellen Schnittstelle angeschlossen sind.
- Defaultmäßig ist aber die parallele Schnittstelle als Drucker-
- schnittstelle vorbelegt. Der Laser wird im Moment noch nicht direkt
- unterstützt, kann aber benutzt werden, wenn Sie den FX 80 - Emulator
- verwenden und MONOMON auf "parallel" einstellen.
-
- - Sollten Sie im aktuellen Sektorpuffer Daten abgelegt haben, so
- erscheint auch ein Feld "Sektorpuffer" mit der Nummer des Puffers und
- der Nummer des darin abgelegten Sektors (siehe Erlärung der SEKTOR-Box
- in Abschnitt 5.6). Wenn Sie dieses Feld anklicken, wird der Inhalt des
- jeweiligen Puffers auf dem Drucker ausgegeben. Dies funktioniert
- allerdings nicht mit unbelegten Puffern, oder solchen, die schon belegt
- waren, aber gelöscht wurden.
-
-
- 4.4 Der H <=> D - Button
- ------------------------
-
- Der H <=> D - Button löst eine Funktion aus, mit der es möglich ist,
- Hexzahlen (Sedezimal) ins Dezimale umzuwandeln und umgekehrt. Mit den
- Pfeiltasten "hoch" und "runter" kann man dabei zwischen den Eingaben hin
- und her springen. Die jeweils andere Zeile ist dann Ausgabe und wird mit
- jedem Tastendruck aktualisiert. Mit <CR> verläβt man diese Funktion
- wieder. (Aber das erklärt sich ja alles von selbst...)
-
- Entgegen der gängigen Praxis erwartet MONOMON alle Eingaben (außer
- direkten Änderungen im Sektor) in DEZIMAL. Dies hat den Vorteil, daß der
- Programmbenutzer in seinem ihm gewohnten Zahlensystem arbeiten hann. Da
- aber andererseits viele Angaben in Büchern, auf der Disk etc. in Sedezimal
- gemacht werden, habe ich diese Funktion eingebaut, um ein problemloses
- Umrechnen zu ermöglichen.
-
-
- 4.5 Der Chain PRG - Button
- --------------------------
-
- Mit dem CHAIN PRG - Button kann man direkt von MONOMON aus ein anderes
- Programm aufrufen, das dann geladen und gestartet wird. Der Unterschied
- zur FILE - EXEC - Funktion (Abschnitt 5.4) besteht darin, daß MONOMON
- während der Ausführung eines mit CHAIN PRG aufgerufenen Programms NICHT
- resident im Speicher bleibt. Man hat in dem aufgerufenen Programm also den
- gesamten Hauptspeicher zur Verfügung. Beendet man das aufgerufene
- Programm, so kehrt man nicht zu MONOMON, sondern direkt zum Desktop
- zurück.
-
- Wenn Sie also mit MONOMON gearbeitet haben und im Anschluß daran noch
- etwas anderes mit einem anderen Programm machen wollen, so können Sie
- dieses ohne den Umweg über das Desktop direkt vom MONOMON aufrufen lassen.
- Die Betätigung dieses Buttons kommt also in der Wirkung der der QUIT -
- Leiste nahe. Deshalb fragt MONOMON, bevor er in Aktion tritt auch nochmal
- an, ob Sie ihn wirklich verlassen wollen, und wenn ja, mit welchem
- Zeichensatz Sie weiterarbeiten wollen.
-
-
- 4.6 Der MAGIC - Button
- ----------------------
-
- Der MAGIC - Button ( rechts unten, direkt beim Hex <-> Dez - Button )
- verändert das letzte Wort eines Sektors so, daß die Quersumme über alle
- Worte des Sektors die "Magische Zahl" $1234 ergibt. Dies benötigt man z.B.
- für Boot- und Rootsektoren, die vom TOS dann und nur dann als ausführbar
- erkannt werden, wenn besagte Quersumme stimmt. MONOMON läßt dies bei allen
- Sektoren zu, prinzipiell also auch bei normalen Programm- oder Daten-
- sektoren.
-
- Hiervon möchte ich allerdings abraten: da durch die Behandlung mit hoher
- Wahrscheinlichkeit ein Wort des Sektors geändert wird (nämlich das 256.)
- kann die Anwendung dieser Funktion in diesen Fällen zu Datenverlusten
- führen.
-
- Interessant ist diese Funktion z.B. für Autobootsektoren: Im Original-
- ATARI-RAM-TOS-Bootsetor ist beispielsweise hinter dem eigentlichen
- Bootprogramm noch ein wenig Platz. In diesen Platz kann man sich eine
- kleine Bemerkung schreiben (z.B. mit MONOMON), an der man diesen Booter
- erkennt. So besteht nicht die Gefahr, ihn mit einem Virus zu verwechseln.
- Nach der Änderung stimmt allerdings die Quersumme des Bootsektors nicht
- mehr und man muß sie erst mit MAGIC wieder hinbiegen, damit er weiterhin
- funktioniert.
-
-
- 4.7 Der FOLDER - Button
- -----------------------
-
- Der FOLDER - Button löst ein eigenes Menue aus, in dem man mit Ordnern
- (Unterverzeichnissen) bestimmte Dinge anstellen kann. Links sieht man in
- der Art der Fileselectorbox eine Aufstellung der Ordner (und nur der
- Ordner) im aktuellen Zugriffspfad. Solange mindestens ein Ordner vorhanden
- ist, ist immer mindestens ein Ordner angewählt. Mit den Knöpfen auf der
- rechten Seite haben Sie jetzt folgende Möglichkeiten:
-
- - ÖFFNEN öffnet den gerade angewählten Ordner und geht damit eine Stufe
- tiefer in die Dateihierarchie. Im neuen Pfad wird - soweit vorhanden -
- der erste Ordner automatisch angewählt.
-
- - SCHLIESSEN geht wieder eine Stufe hinauf, es sei denn, Sie befinden
- sich bereits im Wurzelverzeichnis. ÖFFNEN und SCHLIESSEN funktionieren
- nur, wenn auf der aktuellen Disk mindestens EIN Ordner vorhanden ist.
-
- - NEUANLEGEN funktioniert hingegen immer. Sie geben einen Ordnernamen
- ein, klicken bei der Sicherheitsabfrage "Ja" uns schon legt MONOMON im
- aktuellen Verzeichnis ein neues Unterverzeichnis an.
-
- - LÖSCHEN geht nur, wenn ein Ordner angewählt, also vorhanden ist. Nach
- einer Sicherheitsabfrage wird der ganze Ordner mitsamt seinem Inhalt
- gelöscht (entspricht der Desktop-Funktion, nur daß die Namen der
- Gelöschten DATEIEN während des Vorgangs ausgegeben werden, wie es der
- Desktop ja erst seit der TOS-Version 1.4 macht!)
-
- - KOPIEREN kopiert den angewählten Ordner in ein anderes Verzeichnis/auf
- eine andere Disk. Es erscheint eine Fileselectorbox, in der Sie bitte
- nur den Pfad (und eventuell die Disk) einstellen, in den der Ordner
- kopiert werden soll. Während des Vorgangs werden alle kopierten
- Dateien angezeigt.
-
- - UMBENENNEN funktioniert mit allen TOS-Versionen. Tippen Sie einen
- neuen Namen für Ihren Ordner ein, den Rest macht MONOMON. Um dies
- möglich zu machen, müssen allerdings einige Verrenkungen auf der Disk
- angestellt werden. Bei Festplatten geht das im Allgemeinen recht fix,
- bei Disketten kann das (vor Allem mit Ordnern, die viele Dateien
- enthalten) schon mal einen Moment dauern.
-
- - ABBRUCH steigt wieder aus dem FOLDER - Menue aus. Diese Taste kann
- auch durch durch Drücken von RETURN angewählt werden.
-
-
- 5.) Die Bedienung der Boxen
- ---------------------------
-
- In diesem Kapitel möchte ich auf die einzelnen Funktionen von MONOMON
- eingehen, die sich hinter den Auswahlboxen im unteren Bildschirmbereich
- verbergen. Dabei gehe ich systematisch von links nach rechts vor:
-
-
- 5.1 Die POSITION - Box
- ----------------------
-
- Die POSITION - Box links unten dient der Auswahl des aktuellen, von
- MONOMON zu bearbeitenden Sektors. Sie vereinigt in sich mehrere
- Funktionen. In der Titelzeile finden Sie zunächst nach dem Einschalten die
- Abkürzung "REL", dies steht für "Relativ Mode". Dieser ist der "Normale"
- Modus für den Betrieb von MONOMON. Im REL - Modus werden die Sektoren der
- betrachteten Diskette als lange Kette aufgefasst und relativ zum Sektor 0
- (dem Bootsektor) adressiert.
-
- Wenn Sie die Buchstaben REL mit der RECHTEN Maustaste anklicken,
- wechselt MONOMON in den TSS - Modus (-> Abschnitt sechs der Anleitung).
-
- Wenn Sie die Buchstaben REL mit der LINKEN Maustaste anklicken, wechselt
- MONOMON in den MEM - Modus (-> Abschnitt sieben der Anleitung).
-
- Diese Anleitung bezieht sich (Mit Ausnahme der Abschnitte sechs und
- sieben) im allgemeinen auf den REL - Modus.
-
- In der Box "Sektor:" steht die Nummer des aktuellen Sektors. Diese
- korrespondiert immer mit dem im Window gezeigten Sektor (Ausnahmen:
- Search, Cut+Paste; siehe Abschnitte 5.6 und 5.7). Wenn Sie den "Sektor:" -
- Button anklicken, so entsteht dort ein Cursor, mit dem Sie einen neuen
- Sektor eingeben können, der dann angefahren wird. Wie alle Eingaben in
- MONOMON so ist auch diese in Dezimal vorzunehmen.
-
- Außerdem können Sie das Cluster-Feld anklicken. Hier ist normalerweise
- der Cluster angegeben, in dem man sich gerade befindet. Befindet man sich
- in KEINEM Cluster, so ist hier der Name des Diskbereichs angegeben
- (Directory/ FAT/Bootsektor), in dem man sich aufhält.
-
- Hier kann direkt eine Clusternummer angegeben werden, die dann von
- Monomon angefahren wird. MONOMON gibt dabei neuerdings alle Zahlen fünf-
- stellig aus und läßt auch fünfstellige Eingaben zu, so daß auch Festplat-
- tenpartitionen mit 16 Megabyte vernünftig bearbeitet werden können.
-
- Die kleinen Pfeile rechts an der POSITION - Box haben die selbe Funktion
- wie die Pfeilboxen des Sektorschiebers. So braucht man, wenn man gerade
- das Sektor- oder das Cluster-Feld angeklickt hat, nicht mit der Maus über
- den ganzen Bildschirm zu fahren um nur schnell ein paar Sektoren vor- oder
- zurückzublättern.
-
-
- 5.2 Die GOTO - Box
- ------------------
-
- Durch Anklicken eines Feldes der GOTO - Box können Sie einige spezielle
- Sektoren anfahren, die eine besondere Bedeutung haben und daher immer
- wieder gebraucht werden. Dies sind folgende:
-
- - Bootsek: Der Bootsektor (Normalerweise immer Sektor 0)
-
- - Direct : Das Directory (Inhaltsverzeichnis) der Diskette. Normalerweise
- Sektor 11 einer Disk, bei Hypeformat Sektor 7, bei Festplatten
- teilweise über 80.
-
- - FAT 1 : Die erste Ausführung der File-Allocation-Table. Im allgemeinen
- ab Sektor 1.
-
- - FAT 2 : Die Kopie der File-Allocation-Table. Liegt zwischen der FAT 1
- und dem Directory.
-
- Hinter den Bezeichnungen dieser Verwaltungsbereiche steht die Nummer des
- Sektors, in dem sie anfangen, und zu dem man springt, wenn der
- entsprechende Button angeklickt wird. Benutzen Sie einen dieser Buttons,
- so wird eine eventuell gerade geöffnete Datei geschlossen, bevor der
- entsprechende Sektor angefahren wird. (-> Abschnitt 5.4)
-
-
- 5.3 Die BOOT - Box
- ------------------
-
- Genau vier Buttons enthält auch die BOOT - Box, die Sie rechts der GOTO -
- Box finden:
-
- Mit "Read" kann der Monitor zu jeder Zeit gezwungen werden, den
- Bootsektor der aktuellen Diskette zu lesen. Dies kann nützlich sein, wenn
- bei ausgeschalteter ADCE (siehe dort) die Disk gewechselt wurde.
-
- Das klappt zwar schon recht gut aber leider noch nicht immer, weil die
- BIOS-Funktion #7 (getbpb) nicht immer ordnungsgemäβ arbeitet. Sollte mir
- in diesem Zusammenhang jemand einen Tip geben können, wie man das BIOS
- dazu zwingen kann, die internen FAT-Buffer-Listen wieder freizugeben, wäre
- ich dankbar.
-
- Mit "Check" kann man den Bootsektor testen. Wenn sich im Bootsektor kein
- intaktes Virus/kein intaktes Bootprogramm befindet oder der Bootsektor
- nicht ausführbar ist, so erhält man eine kleine Meldung darüber.
-
- Befindet sich ein Virus oder ein Bootprogramm im Bootsektor und ist er
- ausführbar, so hat man die Möglichkeit, "Löschen Ja" anzuklicken.
- Daraufhin wird das mutmaβliche Virus gekillt. Nach diesem Löschvorgang
- checkt MONOMON den Bootsektor erneut. Sollte der "worst-case" - Fall
- eintreten, daβ sich das Virus bei diesem zweiten Check schon wieder auf
- der Disk befindet, so heiβt das, daβ es zur Zeit aktiv ist und sich somit
- auch auf jede andere Disk schreiben würde. MONOMON beendet dann die
- Programmausführung nach einer Aufforderung, von einer sauberen
- (unverseuchten) Disk zu booten.
-
- Diese Funktion ersetzt so manches kommerzielle Anti - Virus - Programm.
- Vor allem fragen diese im Allgemeinen nicht nochmal nach, ob sie einen
- Bootsektor sterilisieren sollen. Das kann nämlich fatale Folgen haben,
- wenn es sich bei der untersuchten Diskette um eine Autobootdisk handelt,
- also um eine Disk, deren Software durch Drücken der Reset - Taste geladen
- und gestartet wird. Auch die original TOS - Disk für die Systeme, die das
- TOS noch nicht im ROM haben, würde durch die Behandlung unbrauchbar.
- Versichern Sie sich also, daß nicht etwa eine solche Disk drinliegt, wenn
- MONOMON ihnen anbietet, das mutmaßliche Virus zu zerstören.
-
- Den Hirnis, die solchen Mist verzapfen, wünsche ich reichlich
- zerschossene Disketten, einen allnächtlichen Stromausfall und viele
- Programme von Data Becker!
-
- Mit "Write" kann auf einfache Weise ein Bootsektor erzeugt werden.
- Hinter den Bezeichnungen in der Eingabe stehen dabei in Klammern die für
- eine doppelseitig EXFORMATierte Diskette gültigen Daten. Dabei habe ich
- mich auf Funktionen beschränkt, mit denen der "Normalanwender" auch etwas
- anfangen kann, also so Unsinn wie Media-Descriptor (Wird vom TOS derzeit
- gar nicht beachtet) etc. weggelassen. Wer meint, diese Funktionen zu
- brauchen (Branch to Bootcode...) der ist wohl auch in der Lage, die Daten
- direkt in den Bootsektor zu schreiben.
-
- Das ist sowieso so eine Sache: Monomon ist dazu gedacht, kaputte Disks/
- Files zu reparieren, Fehler zu beheben usw., und NICHT dazu, um
- irgendwelche geschützten Programme zu cracken. Ich kann hier nur an Ihre
- Ehrlichkeit appellieren, denn MONOMON ist mittlerweile ein so mächtiges
- Werkzeug geworden, daβ man damit einen einfacheren Kopierschutz schon
- umgehen könnte.
-
- Die BOOT - Write - Funktion schreibt als Seriennummer eine rein
- zufällige 24 - Bit Zahl in den Bootsektor.
-
- Die "Serial" - Funktion schließlich fragt die Seriennummer Ihrer Disk ab
- und bietet die Möglichkeit diese zu ändern. Es kursieren momentan einige
- Gerüchte, die den Fehler des Media-Change-Handlers des TOS mit den Serien-
- nummern der Disks in Verbindung bringen. Man hört, daß das TOS Disketten-
- wechsel nicht erkennt, wenn zwei Disks die gleiche Seriennummer haben.
-
- Obwohl ich mir über den Wahrheitsgehalt dieser Theorien noch nicht ganz
- im klaren bin, habe ich diese Funktion eingebeaut. Nach ihrer Aktivierung
- gibt sie die Seriennummer der aktuellen Disk aus und bietet an, sie durch
- eine andere, zufällige Nummer zu ersetzen. Wenn Sie diese Option annehmen,
- so ändert MONOMON die Seriennummer (und NUR diese) im Bootsektor.
-
-
- 5.4 Die FILE - Box
- ------------------
-
- Wiederum rechts von der BOOT-Box finden Sie die FILE - Box. Mit "Open"
- können Sie einem bestimmten File auf der Disk folgen. Im Sektorschieber
- und in der "Sektor"-Box im POSITION-Menue werden dabei die relativen
- Sektoren innerhalb des Files angezeigt. Die geöffnete Datei wird sozusagen
- als aktuelles Laufwerk behandelt. Alle Funktionen beziehen sich (soweit
- sinnvoll) nun auf das geöffnete File. "Search" durchsucht also
- beispielsweise nur noch die betreffende Datei, sonst nichts.
-
- Sollten Sie eine Datei geöffnet haben, so gibt MONOMON in der linken
- oberen Ecke des Windows beim Sektor - Modify die Position des Cursors
- nicht nur relativ zum Sektoranfang, sondern auch relativ zum Dateianfang
- aus. Da es innerhalb einer Datei natürlich keinen der Sektoren gibt, die
- von der BOOT- box aus direkt anfahrbar sind, schaltet ein Klick in diese
- Box automatisch in den normalen Diskbetrieb um.
-
- Cluster gibt es innerhalb von Files auch nicht. Daher druckt MONOMON in
- das Cluster-Feld der POSITION - Box den Namen der gerade geöffneten Datei.
-
- "Prnt" gibt eine Datei auf dem Drucker aus. Dies entspricht so ziemlich
- der Desktop-Funktion "Drucke". Allerdings kann man mit "Prnt" auch Dateien
- ausdrucken, die die Endung .PRG oder .TOS oder .TTP haben (könnte ja nur
- zu Tarnungszwecken dranhängen...) und DAS kann der Desktop eben nicht.
-
- Mit "Kill" kann man direkt vom Monitor aus beliebige Dateien löschen.
- Die Leistungen dieser Funktion gehen jedoch über die Datei-löschen-
- Funktion des Desktops hinaus. Dieser erklärt nämlich einfach einen
- Directory-Eintrag für ungültig. Mit einem Diskmonitor (z.B. MONOMON)
- können die "gelöschten" Daten aber immer noch von Disk gelesen werden.
- Deshalb arbeitet diese Funktion in MONOMON anders: Bevor ein Directory-
- Eintrag mit E5 (σ) ungültig gemacht wird, wird jedes einzelne Byte der zu
- löschenden Datei mit 00 überschrieben.
-
- Gelöschte Dateien sind daher tatsächlich GELÖSCHT, und absolut nicht
- wiederherstellbar (Datenschutz). Diese Funktion sollte also NOCH
- vorsichtiger eingesetzt werden als die Löschfunktion des Desktops, da die
- einzige Möglichkeit, an ein gelöschtes File wieder heranzukommen, die ist,
- es neu einzutippen.
-
- Mit "Read" haben Sie die Möglichkeit, sich Dateien anzuschauen (so ähn-
- lich wie die Funktion "Anzeige" im Desktop). Im Gegensatz zur entsprechen-
- den Desktopfunktion kann MONOMON allerdings richtig Zeilen zählen. So Ef-
- fekte wie sie im Desktop auftreten ( daß erst Bildschirmseitenweise Käse
- angezeigt wird und sich der Rechner dann aufhängt...) sollten also eigent-
- lich nicht auftreten können. Außerdem gilt die Ausweitung der Funktion auf
- bestimmte Extender (.PRG usw), wie auch bei "Prnt" (s.o.).
-
- Ansonsten Arbeitet die Funktion wie gewohnt: <RETURN> scrollt eine Zeile
- weiter, <SPACE> einen ganzen Bildschirm und <CONTROL>+<C> bricht die Dar-
- stellung ab.
-
- Die "Exec" - Funktion kann Programme direkt von MONOMON aus ausführen,
- nach dem Ende des Programms kehrt man automatisch in den Monitor zurück.
- Diese Funktion ist geeignet, bei kleinen Rechnern (0.5 MB, TOS im RAM
- etc.) zu lustigen Abstürzen zu führen, weil einfach der Speicher nicht
- ausreicht!!
-
- Der RSC - Fehler der Version 1.0 ist behoben! Das heiβt, daβ man von
- MONOMON aus jetzt eigentlich jedes Programm starten können müβte, egal wie
- tief es in welchen Foldern verschachtelt steht.
-
- Anstatt "Exec" anzuklicken, können Sie auch jederzeit die Taste <F10>
- drücken. Das bewirkt so ziemlich das gleiche. Richtig sinnvoll wird diese
- Option aber erst im Zusammenhang mit der "Inst" - Funktion.
-
- Die "Inst" - Funktion kann nämlich ein Programm für "Exec" installieren.
- Wenn Sie den Inst - Button in der FILE - Box anklicken, so erscheint eine
- Fileselectorbox, in der Sie das auszuführende Programm auswählen können.
- Dieses wird dann installiert, d.h. wenn Sie das nächste mal "Exec" anklik-
- ken oder <F10> drücken, so wird sofort das installierte Programm aufgeru-
- fen. Sie können damit andere Programme quasi als "Erweiterung" von MONOMON
- betrachten, die mit <F10> aufgerufen wird. Sie können die Installation
- einer Datei auch auf Disk abspeichern (das ergibt dann eine Datei namens
- MONOMON.INS). MONOMON sucht beim nächsten Start nach dieser Datei und in-
- stalliert das entsprechende Programm automatisch.
-
- Selbstverständlich können Sie Installationen auch löschen, indem Sie
- "Inst" nochmal anklicken und in der dann erscheinenden Dialogbox "Löschen"
- anklicken. Wenn die Installation gelöscht ist, verhält sich "Exec" wieder
- genauso wie gewohnt.
-
- "Info" schlieβlich liefert ein File-Info (ähnlich einem Directory, aber
- mit zusätzlicher Angabe von Startcluster und -sektor). Ordner können
- geöffnet werden, indem man sie einfach anklickt. Aus geöffneten Foldern
- kommt man zurück, indem man den unteren Dummy-Folder (2 Punkte) anklickt.
- Um diese Funktion zu verlassen muß man nur irgendwo außerhalb des Windows
- klicken. Diese Funktion hat noch gewisse Probleme mit Foldern, in denen
- mehr als 30 Dateien stehen. MONOMON liest aus diesen einfach nur dreißig
- Einträge aus. Diesen "Fehler" werde ich beheben, sobald mir jemand sagt
- (schreibt), wie man dem GEMDOS auf legale Weise den Startcluster einer
- Datei abtrotzen kann.
-
- Frühere Monomon-Versionen (mit Null vor dem Komma) hatten hier
- Schwierigkeiten mit RAM-Disks, weil das TOS nicht mitspielte und den
- Ramdiskinhalt zerstörte. Diese Gefahr besteht nun nicht(!!!) mehr.
-
- Mit "Copy" haben Sie eine komfortable Filecopy-Funktion für Einzelfiles.
- Nach dem Auslösen der Funktion erscheint die normale GEM - Fileselectorbox
- und eine kleine Info - Box darüber, in der zunächst nur "Reading File:"
- steht. Wenn man eine Datei ausgewählt hat liest der Monitor das angegebene
- File ein und schreibt den Namen ebenfalls in die Info - Box.
-
- Sodann müssen Sie einen Dateinamen spezifizieren, der dann hinter
- "Writing File:" ebenfalls in die Info - Box aufgenommen wird. Unter diesem
- Namen wird nun die angegebene Datei wieder auf Disk geschrieben.
-
- Als Default-Laufwerk für die Quelldatei nimmt Monomon dabei das aktuelle
- Drive an, als Default für die Kopie immer Laufwerk A:. Selbstverständlich
- können Files aber auch von beliebigen anderen Laufwerken gelesen bzw. auf
- sie geschrieben werden.
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- 5.5 Die FORMAT - Box
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- Die Funktion, die sich hinter dem "Disk" - Button der FORMAT - Box ver-
- birgt, kann eine ganze Disk mit bis zu 404/819 Kb (413696/838656 Byte)
- formatieren. Dieses EXFORMAT erwies sich jedoch als problematisch, da
- manches Laufwerk Track 83 nicht anfahren kann und manche (minder-
- qualitative) Diskette Probleme mit den 10 Sektoren hat. Daher habe ich im
- EXFORMAT-Menü dem User fast völlig freie Hand beim Diskettenformat
- gelassen: 9 oder 10 Sektoren, 80,81 oder 83 Tracks, einseitiges oder
- doppelseitiges Format - all diese Parameter sind einstellbar.
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- Wenn Sie im Einstellmenue der FORMAT - Disk - Funktion das Feld ABBRUCH
- anklicken, kehrt MONOMON in den Ausgangszustand zurück, ohne die
- eingelegte Diskette zu formatieren. Wenn Sie ein anderes Feld anklicken
- beginnt sofort der Formatierungsprozeß.
-
- Sie sollten die zu formatierende Disk deshalb am besten einlegen, wenn
- Sie das Format - Auswahlfeld im Window sehen. Legen Sie sie früher ein, so
- wird MONOMON bei eingeschalteter ADCE den Diskettenwechsel registrieren
- und versuchen, den Bootsektor der neuen Disk zu lesen, was bei einer
- unformatierten Disk unweigerlich zu einem Lesefehler führt. Legen Sie sie
- später ein, so hat MONOMON womöglich schon die ersten paar Tracks der
- alten Disk formatiert und dabei vielleicht unwiederbringliche Daten
- gelöscht.
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- MONOMON erstellt nach dem Formatieren automatisch einen Bootsektor, der
- alle Daten sowie eine zufällig gewählte Seriennummer enthält.
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- Selbstverständlich ist diese Funktion nur für Physikalisch existierende
- Floppies gedacht. MONOMON wird also jeden Versuch von sich weisen, eine
- RAM - Disk zu formatieren (oder ein ROM - Modul oder so...)!
-
- Das MONOMON-Exformat war übrigens das erste Formatierprogramm überhaupt
- (zumindest im deutschsprachigen Raum), das Disketten RÜCKWÄRTS formatieren
- konnte. Sollten Sie also aus Versehen eine Disk formatieren, von der Sie
- nach ein oder zwei geschriebenen Spuren feststellen, daß sie wichtige
- Daten enthält, so können Sie sie immer noch schnell 'rausnehmen und haben
- eine gute Chance, daß Sie keinen Datenverlust haben. Würde die Disk vor-
- wärts formatiert, so wären die ersten gelöschten Daten ausgerechnet Boot-
- sektor, FATs und Directory (auweia!).
-
- "Tracks" löst eine Funktion aus, die das Formatieren einzelner Tracks
- erlaubt. Die zu formatierenden Tracks wählen sie auf dem Tracklineal durch
- Anklicken aus. Dann klicken Sie OK, um die Formatierung zu starten oder
- ABBRUCH, um die Funktion zu verlassen. Wenn Sie OK geklickt haben, müssen
- Sie noch auswählen ob die Tracks mit 9 oder 10 Sektoren formatiert werden
- sollen; dann geht die Formatierung los...
-
- Ich rate dringend davon ab, Track 00 mit dieser Funktion zu formatieren!
- Der Bootsektor wird dabei vernichtet und die FORMAT - Tracks - Funktion
- legt (im Gegensatz zur FORMAT - Disk - Funktion) keinen neuen Bootsektor
- an. Sollte Ihnen das trotzdem ausnahmsweise mal passieren, sollten Sie als
- nächste Funktion SOFORT "BOOT - Write" auslösen.
-
- Bei den Fehlermeldungen in den schwarzen Kästchen beim Formatieren habe
- ich es mir einfach gemacht und gebe nur einfach die original TOS - Fehler-
- meldungen aus. Beim Formatieren dürften aber nur deren drei (vier) Verwen-
- dung finden:
-
- 0 $FF E_OK Eigentlich keine FEHLERmeldung. Heißt: alles klar!
-
- -6 $FA ESEEK Track nicht gefunden. Falls man versucht hat, 83 Track
- mit einem Laufwerk formatieren möchte, das nur 80 oder
- 81 schafft. (Floppies die 82 Track schaffen, erreichen
- erfahrungsgemäβ seltsamerweise IMMER auch Track 83!!?)
-
- -13 $F3 EWRPRO Schreibschutz aktiviert.
-
- -16 $F0 EBADSF Bad sectors. Sektoren wurden als defekt erkannt. Als
- Abhilfe kann man den entsprechenden Track mit "FORMAT-
- Tracks" nochmal einzeln formatieren. Sollte auch das
- nicht zum Erfolg führen empfehle ich, die Disk lieber
- nicht zu verwenden. Es gibt Leute, die meinen, solche
- "Bad sectors" solle man einfach als belegt markieren
- und den Rest der Disk ganz normal verwenden, aber: Wie
- stark ist Ihr Vertrauen in eine Disk, die schon beim
- Formatiern defekt war?
-
-
- 5.6 Die SEKTOR - Box
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-
- Die Funktionen der SEKTOR - Box bieten die Möglichkeit, einzelne
- Sektoren - aber auch ganze Ketten von ihnen - im Speicher abzulegen und
- später auf verschiedene Weise wieder auf Disk zurückzuschreiben. Dabei
- stehen bis zu 59 Sektorpuffer zur Verfügung.
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- Die Betätigung des Cut - Buttons legt den aktuellen (angezeigten) Sektor
- im nächsten freien Puffer ab. Direkt unter dem Wort SEKTOR erscheint
- sodann eine Anzeige der Art XX-YYYY. XX ist dabei die Nummer des
- Sektorpuffers, in den die Daten abgelegt wurden. YYYY ist die Nummer des
- Sektors, der in dem betreffenden Puffer abgelegt wurde.
-
- MONOMON belegt defaultmäßig zuerst Puffer Nr. 1, dann Nr. 2 und so
- weiter. Mit den kleinen Pfeiltasten in der SEKTOR - Box können Sie jedoch
- in den Puffern vor- und zurückblättern. Sollten Sie dabei auf einen Puffer
- stoßen, in dem noch KEINE Daten abgelegt wurden, so wird als Nummer des
- abgelegten Sektors eine -1 ausgegeben. Wenn Sie sich alle Puffer angesehen
- haben, und wieder den aktuellen Disk - Sektor sehen wollen, so klicken Sie
- einfach auf das Sternchen zwischen den Pfeilboxen; Die Anzeige wird dann
- wieder auf den "normalen" Betrieb umgestellt.
-
- Wenn Sie mit den Pfeilboxen einen Puffer eingestellt haben, der noch
- KEINE Daten enthält, so wird dieser als der nächste Puffer für Cut
- benutzt. Sie können also (wenn Sie wollen) die Puffer 1-19 unbelegt
- lassen, vorblättern bis Puffer Nr. 20 und in diesem dann einen Sektor
- abspeichern.
-
- Wenn Sie Cut anklicken, der eingestellte Puffer aber schon Daten
- ENTHÄLT, so sucht sich MONOMON automatisch einen anderen, nämlich den
- nächsten, in dem noch KEINE Daten abgelegt wurden. Wenn Sie also in einen
- Puffer, den Sie schon benutzt haben, einen neuen Sektor schreiben wollen,
- so müssen Sie ihn erst löschen.
-
- Dazu klicken Sie das Feld an, in dem die Nummer des Puffers (und des
- Sektors) steht. MONOMON fragt dann sicherheitshalber nochmal an, ob der
- betreffende Puffer tatsächlich gelöscht werden soll und tut dies, wenn Sie
- "Ja klar" anklicken.
-
- Durch Anklicken des Paste - Buttons können sie den aktuellen Puffer
- wieder auf die Disk zurückschreiben. Sollte er noch keine Daten enthalten,
- so macht MONOMON Sie darauf aufmerksam.
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- MONOMON fragt auf jeden Fall nochmal zurück, bevor er einen mit Cut
- ausgeschnittenen Sektor wieder auf die Disk zurückschreibt. Bedenken Sie
- bitte, bevor Sie ihr Einverständnis geben, daß in diesem Fall kein UNDO
- möglich ist. Wenn Sie also beispielsweise einen Sektor des Directory
- fälschlicherweise mit Paste überschreiben, so ist die betreffende Disk
- mehr oder weniger ruiniert und nur mit mühevoller Kleinarbeit wieder
- hinzukriegen. (Ein gekillter Sektor in der FAT ist da weniger kritisch, da
- diese ja ZWEIMAL auf der Disk abgelegt wird. Sollten Sie also einmal
- Schwierigkeiten mit einem FAT - Sektor haben, können Sie einfach den
- entsprechenden Sektor der FAT - Kopie mit Cut ausschneiden und mit Paste
- an die richtige Stelle der Original - FAT kopieren.)
-
- Außerdem haben Sie die Möglichkeit, durch Anklicken des Write - Buttons
- den aktuellen Puffer oder (interessanter) ALLE belegten Puffer
- HINTEREINANDER VERKETTET als Datei auf der Disk abzulegen. So können Sie
- bei einem irreversiblen FAT - Fehler wenigstens Ihre Textdateien retten,
- indem Sie auf der Disk "zu Fuß" ihre Sektoren zusammensuchen, in der
- richtigen Reihenfolge in den Puffern ablegen und dann wieder
- zusammenhängend als Datei auf einer anderen Disk abspeichern.
-
-
- 5.7 Die SEARCH - Box
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-
- Die Funktionen, die die SEARCH - Box bereithält, dienen dazu, eine
- beliebige Zeichenfolge auf der Disk zu suchen (und hoffentlich zu finden).
- MONOMON sucht grundsätzlich ab dem aktuellen Sektor in Richtung höherer
- Sektornummern. Nach dem Anklicken von 'Start' fragt Monomon ob man eine
- HEX-Sequenz oder einen ASCII-String suchen lassen möchte. Diese(n) muβ man
- sodann eingeben. Die Länge eines ASCII-Strings ist dabei auf 32 Zeichen
- begrenzt. Da für die Eingabe von Hex - Sequenzen die gleiche Dialogbox
- verwendet wird, ist deren Länge auf 32 Hex - Digits, also 16 Zeichen
- Begrenzt.
-
- Um sicherzugehen fragt Monomon nochmal nach, wobei die zu suchende
- Sequenz in jedem Fall in ASCII ausgegeben wird. Schließlich müssen Sie
- noch wählen, ob der gerade durchsuchte Sektor auf dem Bildschirm ausgege-
- ben werden soll, dann geht die Suche los. Bei Floppies ist der Zeitgewinn
- durch das Abschalten der Ausgabe verhältnismäßig gering. Bei Festplatten
- jedoch empfehle ich, die Bildschirmausgabe immer abzuschaten, da sie (ob-
- wohl sie durch konsequente Assemblerprogrammierung sehr schnell ist) die
- Suche nur unnötig bremst.
-
- Je nachdem wie Sie gewählt haben, wird, während MONOMON die Disk durch-
- sucht der gerade durchsuchte Sektor auf dem Bildschirm dargestellt, sei-
- ne Nummer wird jedoch IMMER direkt unter "SEARCH" angegeben. Der Sektor-
- schieber rechts und die Angaben "Sektor" bzw. "Cluster" werden allerdings
- erst dann aktualisiert, wenn die Sequenz gefunden wurde oder der Suchvor-
- gang durch Anklicken des "Stop" - Buttons in der SEARCH - Box abgebrochen
- wurde.
-
- Das Anklicken des "Weiter"-Feldes veranlasst MONOMON nach der zuletzt
- eingegebenen Sequenz weiterzusuchen. Der aktuelle Sektor wird in diesem
- Fall jedoch nicht mehr durchsucht, die Suche geht erst in dem Sektor los,
- der auf den aktuellen Sektor folgt. Dies dient z.B. dazu, einen Text zu
- finden, der mehrmals auf der Disk steht.
-
- Wenn MONOMON eine Sequenz findet, so aktualisiert er zuerst den Sektor-
- schieber und die Angaben in der POSITION - Box und geht dann selbsttätig
- in den Modify - Modus, wobei der Cursor an der Stelle entsteht, an der die
- gesuchte Sequenz im Sektor beginnt; und zwar im Hex - Teil des Fensters,
- wenn Sie nach einer Hex - Sequenz gesucht haben, im anderen Fall im
- ASCII - Teil des Fensters.
-
- Da der Cursor im Datengewirr leicht zu übersehen ist, ist folgender Tip
- vielleicht nützlich: Wenn MONOMON seine Suche beendet hat betätigen Sie
- kurz hintereinander die Cursortasten <Pfeil hoch> und <Pfeil runter>.
- Dadurch bewegt sich der Cursor kurz eine Zeile nach oben und dann wieder
- zurück und diese Bewegung kann wesentlich besser wahrgenommen werden als
- der stillstehende Cursor.
-
-
- 5.8 Die COPY - Box
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-
- Die COPY - Box enthält zwar nur zwei Buttons, die darin verborgenen
- Funktionen haben es aber in sich.
-
- "Sek" ermöglicht das Kopieren von Sektoren. Dabei ist es möglich, mehr
- Sektoren zu kopieren, als momentan überhaupt in den Speicher passen. Der
- zu kopierende Datenblock wird dann in mehrere (möglichst wenige),
- möglichst groβe Blöcke unterteilt und diese einzeln kopiert. Da dies
- vollautomatisch geschieht, muβ man auβer ein paar Disketten zu wechseln
- eigentlich gar nichts dabei tun.
-
- Zuerst geben Sie Quell- und Ziellaufwek an. Sollten Sie versuchen,
- Sektoren auf dieselbe Disk zu schreiben, von der sie gelesen wurden so
- moniert MONOMON dies und bittet um eine extra-Bestätigung. Wenn Sie
- Sektoren von einer Disk lesen, und sie auf eine ANDERE Disk
- zurückschreiben wollen, jedoch nur EIN Floppy - Laufwerk besitzen, so
- geben Sie als Zieldisk trotzdem Disk B an. MONOMON bittet dann automatisch
- um Diskwechsel: "Bitte Disk B in Floppy A einlegen"...
-
- Sodann geben Sie bitte den ersten und den letzten der zu übertragenden
- Sektoren an. Sollten Sie nur einen Sektor kopieren wollen, so tippen Sie
- einfach jedesmal die gleiche Sektornummer. Für die Zieldisk müssen Sie nur
- den ersten Sektor angeben, da MONOMON die Gesamtzahl der Sektoren (und
- somit den letzten Sektor auf der Zieldisk) selbst berechnet.
-
- Nach der letzten Eingabe fragt MONOMON sicherheitshalber nochmal an, ob
- alle Daten so richtig sind. Bitte seien Sie an dieser Stelle vorsichtig,
- da der Kopiervorgang nicht mehr gestoppt werden kann, wenn Sie ihn
- vorschnell bestätigen sollten.
-
- "Disk" macht mehr oder weniger dasselbe wie "Sek", holt sich aber vorher
- vom Quellaufwerk die Anzahl der Sektoren auf der Disk und kopiert sie
- alle. Sie brauchen also außer Ihrer Bestätigung ("Okay so J/N") nicht mehr
- einzugeben.
-
-
- 6.) Funktionen im Memory - Modus
- --------------------------------
-
- Durch Anklicken von REL in der Titelzeile der POSITION-Box mit der
- linken Maustaste gelangen Sie vom REL- (Sektoren relativ-) in den MEM-
- (Memory-) Modus. In diesem Modus werden Sektoren nicht von irgendeiner
- Disk gelesen, sondern der Hauptspeicher (RAM) wird sektorweise geladen.
- (Der Klick mit der rechten Taste, der sonst bei allen Funktionen erlaubt
- ist, ist hier zum Umschalten in den TSS-Modus reserviert.)
-
- In den REL-Modus kommt man zurück, indem man MEM mit der linken
- Maustaste anklickt. Auβerdem hat man die Möglichkeit, in der Drive-Leiste
- ein Laufwerk anzuwählen (auch das aktuelle), was ebenfalls in den REL-
- Modus zurückführt. Manche Funktionen schalten auch von sich aus zurück.
-
- Im Memory-Modus wird der Hauptspeicher Ihres ST in logische Sektoren zu
- je 512 Byte unterteilt, und zwar je nach Speicherkapazität Ihres Rechners
- in 1024 bis 8192 Stück. Diese logischen Sektoren können mit MONOMON
- genauso bearbeitet werden, wie Disk-Sektoren; Search, Cut+Paste, Hex<->Dez
- usw. funktionieren also wie gewohnt (nur teilweise ein Wenig schneller).
- Einige Besonderheiten sind jedoch zu beachten:
-
- a) CLUSTER gibt es im Speicher natürlich nicht! Statt dessen wird im
- Clusterfeld der POSITION - Box die absolute Speicheradresse des
- Sektoranfangs angezeigt. Durch Anklicken dieses Feldes kann man auch
- eine absolute Speicheradresse angeben, die von MONOMON auf eine
- logische Sektorgrenze abgerundet wird.
-
- b) FAT's, Directory oder Bootsektor gibt es natürlich auch nicht. Das
- Anklicken eines Feldes der GOTO-Box bewirkt daher bei "Bootsektor" und
- "Directory" ein Anspringen von Sektor 0 (Adresse 0), bei FAT 1 oder
- FAT 2 ein Anspringen von Sektor 1 (Adresse 512).
-
- c) BOOT - Box: Das Anklicken von "Read" bewirkt so ziemlich gar nichts,
- das Anklicken von "Write" bewirkt das Gleiche wie das von "Check": Es
- meldet, daβ ein Virus oder Bootprogramm vorhanden, der Bootsektor
- jedoch nicht ausführbar ist.
-
- d) FILE - Box: "Exec" und "Kill" arbeiten wie gewohnt; ebenso "Info" und
- "Read", nur daβ letztere von selbst in den REL-Modus zurückschalten
- bevor sie ihren Dienst tun.
-
- e) Die ADCE wird beim Eintritt in den MEM-Modus ausgeschaltet. Verlässt
- man diesen Modus, so wird der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt.
-
- f) INFO liefert: Byte pro Sektor:512, Gesamtzahl der Sektoren, Gesamter
- und freier Speicher. Diese Funktion ist also gut geeignet, wenn man
- nur 'mal schnell überprüfen will, wieviel Hauptspeicher noch frei ist.
-
-
- Alle weiteren Funktionen arbeiten wie vom REL - Modus her gewohnt.
- Besonders hinweisen möchte ich auf die Möglichkeit, mit "Cut" einen Sektor
- aus dem Speicher auszuschneiden und ihn mit "Paste" oder "Write" auf einer
- Disk abzulegen.
-
- 7.) Funktionen im TSS - Modus
- -----------------------------
-
- Durch Anklicken von REL in der Titelzeile der POSITION-Box mit der
- RECHTEN Maustaste gelangen Sie vom REL- (Sektoren relativ-) in den TSS-
- (Track, Side, Sector -) Modus. In diesem Modus werden die Sektoren nicht
- relativ zum Diskanfang sondern absolut adressiert. Sie können also direkt
- angeben, welchen Sektor in welcher Spur auf welcher Seite Sie ansprechen
- wollen.
-
- Um in den TSS - Modus zu gelangen, müssen Sie allerdings eine reale Disk
- vorliegen haben. MONOMON überprüft, ob die Anzahl der Sektoren pro Track
- oder die Anzahl der Tracks vielleicht Null ist. In diesem Fall wäre ein
- TSS-Modus nämlich sinnlos; wahrscheinlich liegt eine RAM-Disk vor. Insbe-
- sondere ist es nicht möglich direkt vom MEM- in den TSS-Modus zu schalten.
-
- In den REL-Modus kommen Sie zurück, indem Sie TSS mit der rechten
- Maustaste anklicken. Auβerdem haben Sie die Möglichkeit, in der Drive-
- Leiste ein Laufwerk anzuwählen (auch das aktuelle), was ebenfalls in den
- REL-Modus zurückführt. Manche Funktionen schalten auch von selbst zurück.
-
- Diese Möglichkeit der absoluten Adressierung ist intern auch mit einer
- anderen Methode des Sektorenlesens verbunden. Sollte sich also ein Sektor
- in einem der Modi nicht lesen lassen, versuchen Sie ruhig 'mal den jeweils
- anderen. Alle Funktionen von MONOMON arbeiten im TSS-Modus wie vom REL-
- Modus her gewohnt, bei einigen sind jedoch ein paar Besonderheiten zu
- beachten:
-
- a) Eingabe: Aus bestimmten technischen Gründen erwies es sich als
- günstiger, es so einzurichten, daß Track, Seite und Sektor immer nur
- gemeinsam geändert werden können. Wenn man eines der drei
- Anzeigefelder in der POSITION - Box anklickt, erscheint deshalb eine
- extra Eingabe - Box, in der man Track, Seite und Sektor angeben kann.
- Hierbei ist zu beachten, daß Tracks ab Null gezählt werden (Bei einer
- EXFORMAT - Disk also 0-82); ebenso die Seiten (0-1). Die Zählung der
- Sektoren beginnt jedoch bei 1, so daß auf einem Track einer EXFORMAT -
- Disk also Sektor 1-10 adressiert werden können. Es hindert Sie niemand
- daran, Sektor 33 auf Seite 5 einer Disk zu adressieren; wundern Sie
- sich aber bitte nicht, wenn das Ergebnis nicht Ihren Erwartungen
- entspricht.
-
- b) Die kleinen Pfeile in der POSITION - Box rechts und am Sektorschieber
- sowie ein Drücken der Tasten "+" oder "-" bewirken ein logisches vor-
- oder zurückblättern wie gehabt. Wenn dabei eine Trackgrenze
- überschritten wird findet MONOMON automatisch die TSS - Position des
- nächsten Sektors.
-
- c) BOOT - Box: "Write" macht dasselbe wie "Check".
-
- d) FILE - Box: "Exec" und "Kill" arbeiten wie gewohnt; ebenso "Info" und
- "Read", nur daβ letztere von selbst in den REL-Modus zurückschalten
- bevor sie ihren Dienst tun.
-
- e) Die ADCE wird beim Eintritt in den TSS-Modus ausgeschaltet. Verlässt
- man diesen Modus, so wird der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt.
-
- f) Die Angaben in den Info - Feldern der SEARCH und der SEKTOR - Box
- werden in jedem Fall als REL - Daten gemacht. Unabhängig davon, daß in
- der SEARCH - Box "333" steht wird intern jedoch Sektor 1, Seite 1,
- Track 18 gelesen.
-
-
- 8.) Abschluss
- -------------
-
- MONOMON wird auf einem 520ST mit 1MB und ROM-TOS entwickelt. Ich benutze
- eine alte original SF 314 - Floppy und eine MEGAFILE 60 - Platte. Da nur
- "erlaubte" Systemeinsprünge benutzt werden, sollte er aber auch auf jeder
- anderen Konfiguration laufen (einen "Mono"-chrommonitor braucht man
- natürlich schon) also etwa 260ST mit RAM-TOS oder MEGA4 mit Blitter-TOS.
- Sollten sich bei irgendeiner Konfiguration Probleme mit irgendeiner
- Funktion ergeben, so bitte ich auch hier um ein gewisses "feedback" um
- eventuelle Fehler in späteren Versionen ausbessern zu können.
-
- Immerhin habe ich mittlerweile den Error - Handler soweit im Griff, daß
- es eigentlich (hoffentlich...?) nicht mehr zu Abstürzen nach Fehlern
- kommen sollte. Da bei so manchem, was bei einem Disk-Monitor schieflaufen
- kann der Bildschirm überschrieben wird, baut MONOMON nach jedem gemeldeten
- Fehler seine Screen neu auf.
-
- Sollte MONOMON eine Fehlermeldung ausspucken, bitte ich darum, daß Sie
- mir eine genaue Beschreibung des Fehlers, WIE Sie die Fehlermeldung
- erzeugt haben, sowie die Nummer des Fehlers zusenden, da ich nur in diesem
- Fall rekonstruieren kann, was schiefgelaufen ist. (Damit ist vor allem
- Peter aus München gemeint: schön, daß Du die Fehlernummer 32 erzeugen
- kannst, aber WIE hast Du das GEMACHT? Das ist eigentlich Unmöglich...)
-
- Ich wünsche allen MONOMON - Anwendern noch mehr Nutzen von diesem
- Programm; Keep Hacking...
-
- Sven Geier
-
-